Zur Geschichte des hydrometrischen Meßwesens
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hohem Maße zur Erkenntnis der Gesetze der Wasserbewegung bei und dienten Darcy und nach dessen Tode Bazin als wesentliche Unterlagen für ihre grundlegenden hydraulischen Studien.
Aus verstreuten Bemerkungen entnimmt der Verfasser schließlich noch einige weitere Angaben über frühe hydrometrische Untersuchungen, die aber keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit machen können. So hat beispielsweise Defontaine, Chefingenieur der Brücken und Straßen, schon vor 1833 solche am damals fran-
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Bild 9. Stangenflügel mit geschlitztem Kohr. Bauart Harlaciier.
zösischen Oberrhein vorgenommen, Boileau an der Mosel bei Metz um 1854, Exxer in Breslau an der Oder im Jahre 1863, Schlichting an der Memel in Tilsit um 1877 usf.
Mit den Arbeiten der böhmischen hydrographischen Commission hat sich Österreich, dem auf dem Gebiete des praktischen Wasserbaues schon viele bedeutende Ingenieure einen hervorragenden Ruf verschafft hatten, auch in die Entwicklung der Hydrographie in maßgeblicher Weise eingeschaltet. Harlacher hatte als Assistent von Prof. Culmann in Zürich 1869 eine Berufung an das kgl. Böhm. Ständische Polytechnische Institut in Prag angenommen, wo er eine umfangreiche Tätigkeit entfaltete, schon 1871 Messungen an der Elbe bei Herrns- kretschen ausführte und 1875 die Leitung der hydrometrischen Sektion der vorgenannten Kommission übernahm.
Harlachers Hauptverdienst liegt darin, daß er die letzte entscheidende Neuerung in die Technik der Meßgeräte eingeführt hatte, die 80 Jahre hindurch beinahe auf demselben Stand geblieben war; er gab diesem Gerät die heute