Zur Geschichte des hydrometrischen Meßwesens
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Arredi, ,,Gli studi di Leonardo da Vinci sul moto delle acque“, Annali dei Lavori Pubblici 1939, Nr. 4.
(2) Galileo Galilei, geb. 1564 zu Florenz, gest. 1642 zu Arcetri (Toscana).
Bahnbrecher des modernen naturwissenschaftlichen Denkens, Begründer einer berühmten Schule italienischer Hydrauliker. Unter seinen Schülern sind besonders zu nennen:
Benedetto Castelli, geb. 1577 zu Brescia, gest. 1644 zu Rom.
Benediktiner von Monte Cassino, Nachfolger Galileis in der Professur an der Universität Pisa.
Evangelista Torricelli, geb. 1608 zu Faenza, gest. 1674 zu Florenz.
Findet das nach ihm benannte Gesetz, wonach die Geschwindigkeiten des aus Bodenöffnungen ausfließenden Wassers sich verhalten wie die Quadratwurzeln der entsprechenden Druckhöhen. Schrieb u. a.: Del moto dei gravi, Florenz 1644. Domenico Guglielmini, geb. 1655 zu Bologna, gest. 1710 zu Padua.
Prof, der Mathematik und Hydrometrie zu Bologna, dann zu Padua. Er wirkte auch im praktischen Wasserbau bei Entwässerungen im Paduanischen und bei der Regulierung von Gewässern und Wildbächen in Friaul. Schrieb: ,,De aquarum fluentium mensura“, Bologna 1690, und ,,La natura dei fiumi“, Bologna 1697.
(3) NiCCOLÖ Cabeo (Cabeus), geb. 1585 in Ferrara, gest. 1650 in Genua.
Jesuitenpater, Professor der Mathematik zu Parma. Schrieb u. a.: Philosophia experimentalis sive Commentarium in IV libr. Aristotelis meteorologicorum, Rom 1644.
(4) Edme Mariotte, geb. 1620 zu Bourgogne (Dep. Saone et Loire), gest. 1684 in Paris.
Er trat in den geistlichen Stand, wurde Mitglied der Pariser Akademie der Wissenschaften. Schrieb u. a.: Traite du mouvement des eaux et des autres corps fluides, Paris 1686 (posthum erschienen).
(5) Jacob Leupold, geb. 1674 bei Zwickau, gest. 1727 in Leipzig.
Sollte zuerst ein Handwerk erlernen, studierte dann in Jena und Wittenberg; 1699 eröffnete er als Universitätsmechaniker eine Werkstätte in Leipzig. Hauptwerk: „Theatrum machinarum, d. i. Schauplatz der mechanischen Künste“, Leipzig 1724 bis 1739. Kompendium des gesamten technischen Wissens seiner Zeit.
(6) Christian Wolf, geb. 1679 zu Breslau, gest. 1754 zu Halle.
War zuerst Dozent und Adjunkt der Universität in Leipzig, sodann Professor der Mathematik und Physik in Halle; mußte Preußen aus religiösen Gründen verlassen und ging nach Marburg; 1740 von Friedrich II. zurückgerufen, übernahm er wieder die Professur in Halle, wurde Kanzler der Universität und Mitglied gelehrter Akademien. Schrieb: „Elementa aerometriae“, Leipzig 1709. „Elementa matheseos universae“, Leipzig 1715 bis 1741.
(7) Henri Pitot, geb. 1695, gest. 1771.
Gelehrterund Wasserbaumeister der Stände von Langedoc, schrieb: „Description d’une machine pour mesurer la vitesse des eaux courants“. Mem. de l’acad. Roy. des sciences, Paris 1732.
(8) Daniel Bernoulli, geb. 1700 zu Groningen, gest. 1783 in Basel.
Stammt aus einer ursprünglich flandrischen, in Basel eingewanderten Gelehrtenfamilie, Sohn des ebenfalls berühmten Johann Bernoulli (1667 bis 1748); studiert in Basel, Heidelberg und Straßburg, wurde von Katharina I. an die Akademie nach St. Petersburg berufen, ging später wieder zurück an die Universität nach Basel. Schrieb u.a.: „Hydrodynamica seu de viribus et motibus fluidorum commen- tarii“, Straßburg 1738.
(9) Leonhard Euler, geb. 1707 zu Basel, gest. 1783 zu St. Petersburg.
Studiert in Basel, gefördert von den beiden Bernoullis, geht 1727 an die Akademie nach St. Petersburg. Wird 1744 von Friedrich II. als Direktor der Mathem. Klasse