Aufsatz 
Die bisherige Entwicklung der Geschiebetheorien und Geschiebebeobachtungen / von Otto Lanser
Entstehung
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Die bisherige Entwicklung <ler Gescliiebetheorien und Geschiebebeobachtungen

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gehörige Werte der mittleren Sohlengeschwindigkeit (t> STO ) und t m J aus insgesamt 380 vollständigen Flügelmessungen des Hydrographischen Zentralbüros ein. Siebte man die Werte aus, die wegen zu großen zeitlichen Zwischenraumes oder aus anderen Gründen eine inzwischen eingetretene Veränderung der Rauhigke its Verhältnisse vermuten ließen, dann schälte sich ein Zusammenhang in der Form

V S m = k (<m J T ( 16 )

heraus. Die einzelnen Geraden, als welche sich dieser funktionale Zusammenhang im logarithmischen Raster abbildete, lagen aber an verschiedener Stelle, d. h. daß die gesuchte einfache Beziehung zwischen v sm und t m J eindeutig nur jeweils für ein und denselben Flußquerschnitt gilt. Im einzelnen wurden für k Werte zwischen 0,45 bis 0,86 gefunden, während der Exponent oc, also der Neigungswinkel der Geraden gegen die Abszissenachse in der logarithmischen Darstellung, eher einen Festwert ^ 0,45 bildete. Einige Werte seien im nachstehenden aus einer umfang­reicheren Tabelle aus Schaffernaks Veröffentlichung wiedergegeben:

Gewässer / Meß profil

k !

a

Mur/Graz.

1

0,45

0,43

Mur/Obergralla.

0,71

0,35

Enns/Enns.

0,81

0,47

Enns/Steyr .

0,54

0,52

Enns/Schladming.

0,54

0,36

Inn/Kufstein.

0,54

0,45

Inn/Innsbruck.

0,86

0,48

Salzach/Golling.

0,73

0,44

Salzach/Salzburg.

0,52

0,47

Im groben Durchschnitt ergibt sich

Vsm = 0,63 (t m -7)°. 5 . (17)

Für genauere Rechnungen müßte der Wert k aus eigenen hydrometrischen Messungen an der betreffenden Stelle ermittelt werden.

Die Vereinigung beider Gesetzmäßigkeiten, nämlich der Abhängigkeit des Geschiebetriebs von der Sohlengeschwindigkeit und der Sohlengeschwindigkeit von J und t, gestattet es dann, den Geschiebefluß mit einer Art von Pegelschlüssel­kurve zum Wasserstand in Beziehung zu bringen, analog wie für den Wasserabfluß auch für den Geschiebehaushalt Dauer- und Summenlinien aufzustellen und mit Geschiebemengen ähnlich zu rechnen wie mit Wassermengen. Wie dies durch graphische Rechenverfahren im einzelnen zu geschehen habe, deutet Schaffernak noch in Beispielen an.

Wie schon erwähnt, versuchten andere Autoren auf unmittelbarerem Wege zum gleichen Ziel zu kommen.

Schoklitsch hat zuerst anstatt der Differenz (S S 0 ) die Größe ( Q Q 0 ), das ist den Überschuß des jeweiligen Durchflusses über jenen, bei dem das Geschiebe eben in Bewegung gerät, eingeführt und den Geschiebetrieb proportional dieser letzteren Differenz angenommen. Die Feststellung des Grenzzustandes Q 0 aus der unmittelbaren Beobachtung ist jedoch sehr ungenau und hängt in hohem Grade