Aufsatz 
Entstehung und Werdegang der Kaplanturbine bei der Firma Storek
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Entstehung und Werdegang der Kaplanturbine bei der Firma Storek

turbine einzubauen ist, um zum sicheren Erfolg zu kommen. Storek konnte einen Großteil der schlecht arbeitenden Anlage umbauen und die erste Kaplan-' turbine für eine Nutzfallhöhe von 17 m in Jahre 1922 in hydraulisch einwandfreier Weise ausführen. Ebenso war es möglich, z. B. die Anlage Kremsier in Mähren mit dein damals als wirtschaftliche Grenze der Schnelläufigkeit erkannten Wert' von etwa 1000 mit bestem Erfolg zu bauen.

1922 gelang Kaplan und Storek also die Überwindung derKinderkrank­heiten, die bei der Kaplanturbine lebensgefährlichen Charakter zu haben schienen, unter größten Opfern an Arbeit, Zeit und Geld. Der technische Sieg war errungen, der Weg ins Große frei. Eine wirklichphantastische Entwicklung der Kaplanturbine begann. In Anerkennung der geleisteten Pionierarbeit für seine Idee gab Prof. Kaplan die Anregung, die vom Hause Storek gebauten Maschinen Original Storek-Kaplan-Turbine zu nennen.

Im Juli 1922 fanden im STOREKSchen Fabriklaboratorium in Brünn unter Leitung von Prof. Meixner, der in Vertretung des erkrankten Prof. Kaplan erschienen war, die übernahmsversuche durch die Herren des deutschen Kaplan- konzernes statt, der nun mit Macht an die Ausnützung der Patente ging.

Die schwedische FirmaAktiebolaget Kristinaham hatte sich schon sehr früh zum Bau von Kaplanturbinen entschlossen und ist dafür bekannt, daß sie das erste Großkraftwerk der Welt, die AnlageLilla Edet, ausgerüstet mit Kaplan­turbinen, für 14 000 PS gebaut hatte, deren Laufradform allerdings von Storek stammt.

1922 baute Storek die erste Kaplanturbine mit Präzisionskegelradgetriebe. Mit großen Schritten eilte die technische Entwicklung voran. Obwohl die von Storek unter Mitarbeit Kaplans herausgebrachten Konstruktionen nicht nur hydraulisch, sondern auch mechanisch mit ihren Verstelleinrichtungen in jeder Weise entsprachen, wurden neue Entwicklungen, die ebenso zuverlässige aber billigere Lösungen vorstellten, gesucht. Insbesondere kann auf diesem Gebiet der umlaufende Servomotor erwähnt werden, dessen genaue Beschreibung in den nachfolgenden technischen Ergänzungen erfolgt.

Eine bemerkenswerte Konstruktion stellt auch das sogenannte schmutz- unempfindliche Laufrad (deutsches Patent Nr. 647053) dar. Dieses Lauf­rad verarbeitet auch stark verunreinigtes Betriebswasser ohne Leistungsverlust, wie er eintritt, wenn sich durch Geschwennnsel eine Veränderung des hydrauli­schen Profiles ergibt. Die patentierte Konstruktion weist nun Laufschaufeln mit entgegen der Drehrichtung geneigten Eintrittskanten auf, wodurch sich das von den Eintrittskanten erfaßte Geschwemmsel an diesen nicht halten kann, nach außen gedrückt und dort von einem in der Laufradkammer befindlichen Ab­streifer abgestreift und in das Unterwasser befördert wird. (Näheres siehe tech­nische Ergänzungen.)

1936 fand in Berlin die zweite Weltkraftkonferenz statt, in deren offiziellem Bericht es heißt, daß die Kaplanturbine zu den größten Fortschritten gehört, die auf dem Gebiet des Wassermaschinenbaues gemacht worlden sind.