Entstehung und Werdegang der Kaplanturbine bei der Firma Storek
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Trotz der umwälzenden Ereignisse des Jahres 1945 ist es Storek möglich gewesen, seinem früheren Schaffensbereich die Treue zu halten und durch seine Arbeit an der Weiterentwicklung der Kaplanturbine und in der Eisenindustrie dem Fortschritt in der Technik zu dienen.
Technische Ergänzungen.
Der umlaufende Servomotor: Er besitzt in seinem Kolben eine eigene Druckerzeugung in Form einer dreirädrigen Zahnradpumpe und macht daher keine öl-Zu- und -ahleitung notwendig, wie dies bei anderen Konstruktionen der
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Bild 8. Wehrkraftanlage (Ö. P. Nr. 169.652).
Bild. 9. Schematischer Aufbau der Wehrkraftanlage (D. P. Nr. 871.121).
Fall ist. Der umlaufende Servomotor wird durch einen in vertikaler Ebene gelagerten Steuerschieber gesteuert, der mit dem Leitrad in geeigneter Weise kinematisch gekuppelt ist, so daß sich automatisch zu jeder Leitradstellung die zugehörige Laufradstellung einstellt. Der besondere Vorteil dieser Konstruktion liegt darin, daß sie so lange funktioniert, als die Turbine umläuft und somit als Notschlußorgan für den Fall Verwendung finden kann, wenn der vorhandene Öldruckgeschwindigkeitsregler versagen sollte. Ein einfacher Zentrifugalschalter mit astatischem Pendel löst die kinematische Verbindung zum Leit- und Laufrad und steuert den Schieber des Laufradservomotors auf Schließen, wodurch die Turbine am Durchgehen verhindert wird.
Das schmutzunempfindliche Laufrad [deutsches Patent: 647053 (siehe Abb. 3)]. Schon im Jahre 1920 konnte Storek in Görz feststellen, daß die dort befindlichen, extrem schneiläufigen Turbinen mit ns 1400, die auch nur mit viel Mühe und Kosten nach anfänglichen Schwierigkeiten auf die garantierten Werte gebracht werden konnten, unerklärte Leistungsabfälle zeitigten. Die Maschinen gaben bei der Ingangsetzung die volle Leistung, die allmählich immer kleiner und kleiner wurde, um nach etw-a einem Tag bis auf einen Bruchteil der vollen Leistung abzusinken. Wurde nach Abstellung die Maschine untersucht, ergab sich