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Fritz Sykora.
Wohl selten kommen in einer Druckschrift so viele namhafte Wissenschaftler zu Wort wie in dem „Ideen aus Österreich“ betitelten „Almanach 1954 des Notringes der wissenschaftlichen Verbände Österreichs“. 8 In 71 Beiträgen wird ein Querschnitt durch das geistig-wissenschaftliche Schaffen Österreichs gegeben. Es wäre zu wünschen, daß der Inhalt dieses Almanachs möglichst weiten Kreisen bekannt würde, um sie mit dem hohen Niveau und der Vielseitigkeit der österreichischen Wissenschaft bekannt zu machen.
Weit über den Rahmen einer bloßen Aufzählung hinausreichend und daher sicherlich erwähnenswert ist der „Katalog über die Automobil- und Motorradsammlung der technischen Abteilung im United States National Museum“. 9 Zum Unterschied von den vielen Büchern über die Entwicklung des Automobils, die, wie immer gewissenhaft in der Auswertung der historischen Unterlagen, schon aus Gründen des in einem bestimmten Lande noch vorhandenen und zugänglichen Materials nicht immer übereinstimmen, besonders dann, wenn es um die Feststellung der Priorität einer Erfindung geht, haben wir hier einen sachlichen Bericht über die im Smithsonian Institut zur Schau stehenden historischen Wagen, mit Patentschriften und beglaubigten Dokumenten belegt, wodurch jede Type, jede Jahreszahl auch einen vor dem Weltforum bestehenden Wert erhält. Nach kurzem überblick über die Entwicklung des Dampfwagens, der, wenn wir dem Praktiker die Palme reichen wollen, mit der Konstruktion des Franzosen Oug- not aus dem Jahre 1769 beginnt, erleben wir die bekannten Namen Murdoch, Trevithick (alles Maschinen, die im Pariser Conservatoire National bzw. im Londoner Science-Museum aufbewahrt werden) und den für uns Österreicher in der ausländischen Literatur oft vermißten, in diesem Heft aber voll anerkannten Siegfried Marcus mit seiner Gasmaschine aus dem Jahre 1864 und dem ersten benzinbetriebenen Wagen von 1875. Von da an befaßt sich die Sammlungsbeschreibung eigentlich ausschließlich mit amerikanischen Automobilen.
In der bekannten Reihe der Schlern-Schriften bildet das „Jenbacher Buch“ 10 einen schönen und interessanten Beitrag zur Heimatkunde Tirols. Es besteht aus einer Zusammenstellung von 30 Referaten, die die einzelnen Wirtschafts-, natur- und kulturgeschichtlichen Teilgebiete behandeln. Von technikgeschichtlicher Bedeutung sind neben den bautechnischen Abschnitten die Kapitel über das Achenseewerk, die Sensenschmiede, das Jenbacher Werk, das Jenbacher Hüttenwerk und den Bau und die Neuentwicklung der Zillertal-Bahn.
Von gleicher Provenienz ist auch das „Haller Buch“, * 11 das anläßlich der 650-Jahrfeier der Stadterhebung von Hall herausgegeben wurde. Besonders zu er-
8 „Ideen aus Österreich.“ Notring-Almanach 1954. Wien 1954, Verlag des Notringes der wissenschaftlichen Verbände.
9 „Catalog of the automobile and motorcycle collection of the division of engineering United Staates National Museum.“ Washington 1950, Smithsonian Institution.
10 „Jenbacher Buch.“ Beiträge zur Heimatkunde von Jenbach und Umgebung. Innsbruck 1958, Universitäts-Verlag Wagner.
11 „Haller Buch.“ Festschrift zur 650-Jahrfeier der Stadterhebung. Innsbruck 1953, Universitäts-Verlag Wagner.