Aufsatz 
Die Leipnik-Lundenburger Zuckerfabriken-Actiengesellschaft / von Jakob Baxa
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen

Die Leipnik-Lundenburger Zuckerfabriken-Actiengesellschaft

13

Leopoldsdorf

Rohzucker dz

1902/03 .

. 70416

1903/04 .

. 99860

1906/07 .

. 114787

1910/11 .

. 121511

1912/13 .

. 183283

Lundenburg

Weiße Ware dz

1898/99 .

. 345386

1901/02 .

. 432003

1910/11 .

. 535267

1912/13 .

. 527321

Mit einer Weißzuckererzeugung von einer halben Million Doppelzentner war Lundenburg eine der größten Raffinerien auf dem ganzen Kontinent. Die im Jahre 1911 erworbene mährische Zuckerfabrik Wschetul erzeugte bis dahin Weiß- und Rohzucker. Nach der Kampagne 1911/12 wurde die Weißzuckererzeugung, die ja Sache der Lundenburger Raffinerie war, sofort eingestellt und in Wschetul nur noch Rohzucker hergestellt.

In der Kampagne 1912/13 erzeugte Wschetul. 90353 dz

und Leopoldsdorf. 183283 ,,

Summe des eigenen Rohzuckers 273636 dz

Da die Rohzuckerverarbeitung in der Kampagne 1912/13 in der Lundenburger Raffinerie insgesamt 598678 dz betrug, so machte der in eigener Regie gewonnene Rohzucker nahezu schon die Hälfte des Einwurfes aus, während noch etwas mehr als die Hälfte durch Ankauf fremden Rohzuckers gedeckt werden mußte.

Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges im August 1914, durch den der Auslands­verkauf jäh abgeschnitten wurde, war die Firma zunächst in größter Sorge wegen der großen Lagervorräte, die aber in einigen Monaten spielend abgingen. Eine schwere Schädigung erlitt der Rübenbau durch die Kaiserliche Verordnung vom 20. Februar 1915, RGBl. Nr. 40, wodurch der Rübenbau zugunsten des Baues anderer Feldfrüchte um 30% eingeschränkt wurde. Die Folgen zeigten sich im Herbst durch eine entsprechend gesunkene Rübenernte in den beiden Fabriken Leopoldsdorf und Wschetul. Die beginnende Zuckerknappheit sowie die Furcht vor unbegründeten Preissteigerungen veranlaßten die Regierung zur staatlichen Regelung der Zuckerwirtschaft durch Errichtung der mit Ministerialverordnung vom 7. Juli 1915, RGBl. Nr. 195 ins Leben gerufenen Zuckerzentrale in Wien, wobei man sich der bereits vorhandenen Organisation des Zuckerkartells bediente. Mit der längeren Dauer des Krieges machten sich besonders in den späteren Jahren schon Schwierigkeiten und Hindernisse im Erzeugungsvorgang geltend. Seiner vaterländischen Pflicht bewußt, beteiligte sich das Unternehmen aus den Erträg­nissen der Kriegsjahre mit namhaften Summen an der Zeichnung sämtlicher Kriegs­anleihen. Zahlreiche Beamte und Angestellte der Gesellschaft fanden auf dem Felde der Ehre den Heldentod.

Durch den Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie im No­vember 1918 wurde die Gesellschaft besonders schwer getroffen. Die beiden Fabriken

2 *