Aufsatz 
Die Leipnik-Lundenburger Zuckerfabriken-Actiengesellschaft / von Jakob Baxa
Entstehung
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Die Leipnik-Lundenburger Zuckerfabriken-Actiengesellschaft

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zahlreicher anderer öffentlicher und privater Bauwerke, einer der genialsten und berühmtesten Baumeister seiner Zeit, war sein Großvater. Paul Ferstel studierte am Wiener Schottengymnasium und machte schon den ersten Weltkrieg als Kampf­flieger mit. Sodann absolvierte er die Wiener Technik, wo er sich dem Maschinen­bau zuwandte. Als fertiger Diplomingenieur begann er seine praktische Tätigkeit zuerst bei der Andritzer Maschinenfabrik in Graz, um sie später bei den Pauker­werken fortzusetzen. Am 1. Mai 1936 trat er als Prokurist bei der Leipnik-Lunden­burger Zuckerfabriken A. G. ein, wo er bald zum technischen Direktor aufstieg.

Aufnahme: Al. Hochberger.

Bild 8. Leopoldsdorfer Zuckerfabrik.

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Auch zu Beginn des zweiten Weltkrieges wurde er nochmals zur Frontdienstleistung einberufen, aber bald wieder seinem bürgerlichen Berufe zurückgegeben. Seit 11. Oktober 1944 gehört er dem Vorstand der Gesellschaft an. Nach der Katastrophe von 1945 hat er zuerst die Rekonstruktion der schwerbeschädigten Dürnkruter Fabrik geleitet und sodann in Leopoldsdorf aus einem wüsten Trümmerhaufen, wo alles kunterbunt durcheinander lag, zu einer Zeit ärgster Materialknappheit, wo wegen jedes Nagels und jeder Schraube ein staatliches Bewilligungsverfahren eingeleitet werden mußte, in zäher, harter und unermüdlicher Arbeit eine der schönsten und größten Raffinerien des Kontinentes wieder errichtet. Der technische Wiederaufbau beider Fabriken ist sein geistiges Werk und seine schöpferische organisatorische Leistung. Zum Dank hiefür hat ihm die Gesellschaft am 1. April 1948 den Vorsitz des Vorstandes eingeräumt und hiemit die Zukunft der Firma an vertraut.

Ganz kurz sei hier nur erwähnt, daß die Gesellschaft jederzeit in vorbildlicher Weise ihren sozialen Pflichten gegenüber ihren Arbeitern und Angestellten nach­gekommen ist. Sie besitzt geräumige Siedlungshäuser für alle Werkszugehörigen,

Technikgeschichte, 17. Heft.

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