Aufsatz 
Die Leipnik-Lundenburger Zuckerfabriken-Actiengesellschaft / von Jakob Baxa
Entstehung
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Jakob Baxa

auch für die Kampagnearbeiter, schöne Sportplätze für Fußball und Tennis, Frei­bäder, Kindergärten, Werksbüchereien mit guter Literatur, reichdotierte Unter­stützungsfonds für Krankheit, Alter und Invalidität, sie veranstaltet Betriebs­ausflüge und Ferienaktionen und gewährt Darlehen für Eigenheime, weil hier der bewegliche Mensch wieder mit der Erde verwurzelt wird. Ältere Arbeiter mit längeren Dienstzeiten haben fast alle ein Häuschen mit Garten und heute natürlich auch ein Motorrad. In Dürnkrut gehen schon drei, in Leopoldsdorf zwei Arbeiter­generationen aus der Umgebung in die Fabrik.

Mit dem Wiederaufbau der zerstörten Werke ging auch der allmähliche Wieder­aufbau der im Jahre 1945 gänzlich verlorengegangenen Rübenanbaufläche Hand in Hand. In den bitteren Jahren nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde zuerst wahllos aus allen Himmelsrichtungen weiße Ware importiert, aber sobald die Zuckerfabriken wieder arbeitsfähig waren, wurde nur noch Rohzucker, meist aus Kuba, eingeführt, der in den heimatlichen Betrieben raffiniert wurde. Auch die Leipnik-Lundenburger Zuckerfabriken A. G. hat eine ganze Reihe solcher Kubakampagnen durchgeführt. In der Herbstkampagne 1953/54 erzeugte die Firma in beiden Fabriken insgesamt 619851 dz Weißzucker, was einem Drittel des Gesamtbedarfes von Österreich entspricht, der mit 1800000 dz beziffert wird.

Die staatliche Bewirtschaftung des Zuckers wurde beibehalten. In ihrer Produktion haben die Fabriken heute wieder freie Hand, aber der Zuckerpreis wird von der Regierung bestimmt. Seit 16. Juli 1951 betrug er unverändert S 558, für 1 dz Normalkristalle. Ab 1. April 1955 wurde er auf S 535, ermäßigt.

Verzeichnis sämtlicher Fabriken der Leipnik-Lundenburger Zuckerfabriken Aktiengesellschaft

Mähren: Leipnik (1867 bis 1904), Lundenburg (1872 bis 1918, stillgelegt 1930), Kwassitz (1911 bis 1913), Wschetul (1911 bis 1918).

Ungarn: Groß-Tany (1869 bis 1874).

Niederösterreich: Leopoldsdorf (ab 1901), Dürnkrut (gegr. 1844, ab 1926).

Finanzielle Entwicklung

Betriebs jahr

Aktienstückzahl

Aktienkapital

1867/68

500

fl. 500000,

1870/71

800

800000,

1871/72

2000

2000000,

1876/77

3000

3000000,

1891/92

12000

2400000,

1899/1900

K 4800000,

1911/12

15000

6000000,

1923/24

30000

12000000,

1924/25

S 4500000,

1926/27

40000

6000000,

1930/31

8000000,

1934/35

12000000,

1937/38

RM 8000000,

1938/39

12000000,

1942/43

18000000,

1946/47

S 18000000,