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Rolf Niederhuemer
Das Klären erfolgte zunächst durch Erhitzen des Zuckers, der in Kalkwasser gelöst mit geschlagenem Ochsenblut gekocht w urde. Später, etwa um 1810, gab man außer dem Ochsenblut auch noch Knochenkohle dazu. Auf dem Zuckersaft bildete sich nun eine zusammenhängende Schaumdecke. Das Erhitzen geschah in Klärpfannen, die sehr bald schon nicht mehr mit offenem Feuer geheizt wurden, sondern einen doppelten Boden hatten, in den Dampf von 2 at eingeleitet wurde.
Das ,,Klärsei“ wurde nun filtriert, und zwar durch die sogenannten TAYLORschen Filter (Bild 2), bestehend aus einem kupferausgeschlagenem' Kasten mit daran an
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Bild 2. Querschnitt durch einen Taylorschen Filterschrank.
(Aus: Prechtl, Technologische Enzyklopädie.)
Kupferröhren befestigten Leinwandschläuchen. Das ganze war nun, um ein schnelles Abkühlen des Sirups zu verhindern, in einem Kasten untergebracht. Ein zweites sehr wirksames und vor allem leicht zu reinigendes Filter war das Rahmenfilter, bestehend aus einer Anzahl hölzerner Rahmen, die beiderseitig mit Leinwand bezogen waren. Die Rahmen hatten eine Ausnehmung, die beim Zusammenstellen dann den Abzugskanal für den filtrierten Saft bildeten. Diese Rahmenfilter stellten die Vorläufer unserer heutigen Filterpressen dar. Nach dem Filtrieren wurde nun der Zuckersaft in Siedepfannen „eingekocht“. Das waren kupferne Kessel, in einem Ofen fest eingemauert, mit Steinkohlenfeuer erhitzt. Praktischer waren schon die Kippfannen mit Schnabel, die mittels einer Kette zu heben waren, um so den Zucker, sobald er bis zur „Finger“- oder „Pustprobe“ eingedampft war, in die Kühlpfanne zu gießen. Diese „Kühlpfannen“ waren sogar teilweise mit Dampf heizbar, um ein gleichmäßiges Kristallisieren zu gewähren. Hatte die Zucker masse die Konsistenz eines dünnen körnigen Breies, wurde sie dann in große, tönerne un-