Die Entwicklung d. Zuckererzeugung mit besonderer Berücksichtigung Österreichs 41
mein dieser Maschinen hatten Wandungen aus Messingdraht und konnten pro Charge mit 60—100 Pfund Zuckermasse gefüllt werden. Die Umdrehungszahl dieser Maschinen betrug etwa 1200—1400 pro Minute. Nach 10—15 Minuten war der Sirup von den Kristallen getrennt. Das Decken mit verdünntem Sirup geschah gleich in den Zentrifugen.
Bild 6. RoBERTscher Mehrfachverdampfer. (Aus: Prechtl, Technologische Enzyklopädie.)
Zu dieser Zeit versuchte man auch bereits auf anderem Wege als durch das Zerreiben und Auspressen der Rüben zu einem brauchbaren Zuckerextrakt zu kommen. So arbeitete Mathieu de Dombasle seit 1828 in seiner Fabrik in Roville bei Nancy nach dem von ihm erfundenen „Mazerationsverfahren“, wobei die Rüben fein zerschnitten, auf 65° vorgewärmt in sechs Bottichen mit heißem Wasser behandelt wurden. Dieses Auslaugen erfolgte im Gegenstromprinzip, so daß immer auf die fast ganz ausgelaugten Schnitzel frisches Wasser kam und auf die frischen Schnitzel schon ziemlich konzentrierter, erhitzter Saft geleert wurde, der auf diese Weise fast die Dichte des ausgepreßten Rübensaftes erreichte.
Ein anderes Verfahren war das von Sebastian Schützenbach erfundene Extrahieren von getrockneten Rübenschnitzeln. Die auf Darrflächen getrockneten Rübenschnitzel haben den Vorteil, daß sie längere Zeit gelagert werden können, be-