Aufsatz 
Österreichs Beitrag zur ersten Herstellung von Radiumverbindungen im großen durch das Ehepaar Curie / von E. A. Kolbe
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Österreichs Beitrag zur ersten Herstellung von Radiumverbindungen im großen durch das Ehepaar Curie

Von

Dr. E. A. Kolbe, Wien*

Mit 1 Abbildung

Im Monate März 1955 wurde im Wiener Künstlerhaus die von der Öster­reichischen Liga für die Vereinten Nationen in Wien veranstaltete Ausstellung ATOM, die Auswertung der Atomkraft für friedliche Zwecke abgehalten. Unter den im Großformat hergestellten Abbildungen namhafter Physiker und Atom­forscher, welche in dieser Ausstellung gezeigt worden waren, befand sich auch ein Bildnis von Marie Curie, geb. Sklodowska. Durch ihre eigenen Arbeiten sowie durch jene, welche sie gemeinsam mit ihrem Gatten, dem Physiker Pierre Curie, ausführte, ist, wie Thirring * 1 angibt, das Wunderland der Kernphysik eröffnet worden.

Es dürfte nun von Interesse sein, zu erfahren, in welcher Weise die Österreichische Staatsverwaltung die erstmalige Gewinnung größerer Mengen Radiumverbin­dungen durch das Ehepaar Curie gefördert hat und in welchem Umfange die kais.-königl. Berg- und Hüttenverwaltung in St. Joachimsthal im Erzgebirge, Böhmen 2 sowie der dortige Werksbeamte Ing. Gustav Kroupa 3 an dieser För­derung teilgenommen haben.

Kroupa war von 1896 bis 1900 als Hüttenverwalter und später als Oberhütten- verwalter in St. Joachimsthal tätig, woselbst ihm die Leitung der dortigen Uran-

* Vgl. auch Köthener Chemiker-Ztg. Nr. 22, Jg. 57 (1933), und Montanistische Rundschau Nr. 9, XXV. Jg. (1933), ferner Österr. Chemiker-Ztg. Nr. 16, XXXVII. Jg. (1934), S. 138.

1 H. Thirring, Die Geschichte der Atombombe, S. 11. Wien 1946.

2 M. Kraus, Das staatliche Uranpecherz-Bergbaurevier in St. Joachimstal. Sonder­abdruck ausBergbau u. Hütte, H. 110, Wien 1916.

3 Vgl. Aufsatz über Kroupa in denTägl. Montanberichten, When 1932, 23. Jg., Nr. 67.

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