Aufsatz 
Georg Agricola : zur 400. Wiederkehr des Todestages des großen Naturforschers, Humanisten und Joachimsthaler Werksarztes / von Franz Kirnbauer
Entstehung
Seite
50
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Georg Agricola

Zur 400. Wiederkehr des Todestages des großen Naturforschers, Humanisten und

Joachimsthaler Werksarztes.

Von

Dr. Ing. Franz Kirnbauer

Mit 11 Abbildungen

Im Herbst 1955 jährte sich zum 400. Male der Todestag des großen Humanisten, Arztes und Freundes des Bergbaus und der Bergleute, Dr. Georg Agricola (Bild 1). Dieses Tages zu gedenken, ist für jeden österreichischen Techniker eine Ehrenpflicht. Denn Agricola hat nicht nur verschiedene technische Werke weit­gespannten Formates herausgegeben, die seiner Zeit weit vorauseilten, er war auch lange Jahre als Arzt der Bergleute in Joachimsthal überaus segensreich tätig. Dabei konnte er sich diejenigen grundlegenden Kenntnisse auf dem Gebiet des Bergbaus und der technischen Einrichtungen dieses Arbeitszweiges verschaffen, die ihn nachmals befähigten, sein berühmtes Werk ,,De re metallica herauszugeben.

Lebenslauf

Georg Argicola, derVater der Mineralogie, wurde am 24. März 1494 in Glauchau, dem Hauptort der damals Schönburgschen Herrschaften, wahrscheinlich als Sohn eines Tuchmachers oder Färbers, geboren. Der Familienname ist latinisiert, und es schreibt sich noch sein Bruder selbst Bauer. Über seine Jugend und seine Familie selbst ist nur wenig bekannt. Einiges Licht bringen in diese Verhältnisse neuere Freiberger Forschungen hinein 1 . Sicher ist, daß er in Leipzig studierte, wo er sich noch alsGeorg Pawer de Gluch an der Universität inskribierte. Seine Studien erstrecken sich zunächst auf Theologie, Philosophie und Philologie. Sein berühmtester Lehrer war Petrus Mosellanus, einer der führenden Humanisten. Als Baccalaureus artium verließ Agricola im Jahr 1518 die Universität, um eine Lehrtätigkeit an der bekannten Ratsschule in Zwickau zu übernehmen, deren Leiter (Rektor) er 1520 wurde. Aus dieser Tätigkeit heraus entstand im gleichen Jahr als sein erstes Werk eine lateinische Grammatik. Schon nach zwei Jahren aber ging Agricola zum Medizinstudium nochmals an die Universität Leipzig. Die durch die Zwickauer Religionsverkünder Thomas Münzer und Meister Nikol Storch