Franz Kirnbauer: Georg Agricola
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heraufbeschworenen Unruhen, die damals auf dem Höhepunkt standen, mögen ihm den Abschied erleichtert haben. 1523 ging Agricola nach Italien und studierte dort weiter, und verblieb auch dort, als sein Lehrer Mosellanus 1524 starb. Agricola promovierte in Italien.
Im Jahr 1526 kam Agricola nach Deutschland zurück. Er ließ sich 1527 als Stadt- und Bergarzt und Apotheker in Joachimsthal, der österreichisch-böhmischen Bergstadt, nieder, die auf Grund der reichen Silbererzvorkommen damals gerade eine Zeit großen Aufschwunges erlebte. Es bestanden damals etwa 900 Silber-
Bild 1. Georg Agricola (1494—1555).
Unbezeichneter Kupferstichaus: Joh. Sambucus, Icones veterum. . . medicorum, 1574.
erzgruben mit rund 9000 Mann Belegschaft, darunter etwa 1000 Steiger, Ingenieure und Chemiker, in Joachimsthal und Umgebung. Als Bergarzt kam daher Agricola beruflich mit vielen von ihnen in Berührung. Auch befuhr er selbst die Grube, ausgerüstet nach Knappenart mit Geleucht, Berghäkel und Zscherpertasche. So erwuchs durch persönlichen Augenschein und durch zahlreiche Rücksprachen mit Knappen und Fachleuten der Bergbau- und Hüttenbetriebe das Interesse, das Agricola befähigte, seinen Forschungseifer auf das Gebiet des Berg- und Hüttenwesens auszudehnen. In Joachimsthal entstand sein erstes Buch über Bergbaufragen, die im Jahr 1530 bei dem Verleger Froben in Basel erschienene Schrift: ,,Berm annus, sive de re metallica“, womit er seinem Freunde, dem Joachimsthaler Hüttenschreiber Lorenz Bermann, ein Denkmal für alle Zeiten setzte. Auf Grund dieses Werkes erhielt Agricola Verbindung mit zahlreichen auswärtigen Bergleuten und Gelehrten, wodurch er selbst wieder mannigfache Anregungen bekam und bald darauf über den Kreis seiner anfänglichen Tätigkeit in Joachimsthal hinaus-