Georg Agricola
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heute noch feststellen darf. Auch die Scheidekunst, das Trennen von Gold und Silber, erläutert er in verständlicher Weise.
Agbicola hat sich somit keine Mühe verdrießen lassen, auch auf dem Gebiet der chemischen Technik im Bergbau und des Eisen- und Metallhüttenwesens seine Aufgabe so universal wie möglich zu erfüllen. Eine neue Epoche der Wissenschaft ging von diesem Forscher aus.
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Bild 8. Sackzugförderung in den Alpen
Soziale Probleme
Georg Agricola nahm seine Arbeit über das Berg- und Hüttenwesen seiner Zeit im Geiste des Fortschritts und mit einem wahrhaft sozialen Verständnis auf, unter ganz besonderer Berücksichtigung der psychologischen und sozialen Verhältnisse der Bergleute einerseits und der Organisation der Bergbaue anderseits. Immer wieder weist er auf die menschlichen Züge beim Arbeiter hin. Durch alles, was er schreibt, geht ein echter Zug von Bergfröhlichkeit und Naturverbundenheit.
Im Ersten Buch des ,,Bergwerksbuches“ spricht Agricola davon, daß der Leiter eines Bergwerkes etwas von Medizin und Krankenbehandlung verstehen müßte. Damit steht Agricola weit seiner Zeit voraus und ahnt von den kommenden sozialen Einrichtungen der späteren Jahrhunderte. Dieses Buch enthält auch das Lob des Bergbaus und eine allgemeine Behandlung der für und gegen den Bergbau sprechenden Fragen. Im Fünften Buch behandelt Agricola das praktische Tun und Leben der Bergleute, spricht von der Schichteinteilung, den Berufsarten der
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