Aufsatz 
Werfner Eisen / von Heinrich Benedikt
Entstehung
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Heineich Benedikt

verschmolzen. Das silberhaltige Blei lief von dem schneller erkaltenden Kupfer ab. In Salzburg war man vom Bleiberg unabhängig, da es bei Werfen Bleigruben gab, welche die Hütte in Mühlbach versorgten. Die Bleilager waren der Grund dafür, daß zu Werfen einBlei- und Galmei-, auch Eisenberg-Verwalter eingesetzt wurde.

Auch die Goldwäscherei in der Salzach wurde in Werfen betrieben 7 . Als während der bayrischen Herrschaft Tischlermeister Dominik Plassoänio zu Piding eine Goldmine entdeckt zu haben wähnte, wurde ihm von München ein 5%iger Anteil an aller künftiger Eroberung zugesichert und dabei von folgender Erwägung aus­gegangen:Da die k. General-Bergwerks-Administration vollends überzeugt ist, daß in der angeblichen Gegend kein Gold jemals werde entdeckt werden, so wird die k. prov. Bergwesen- Direction von selbst einsehen, daß oben verfügte Äußerung blos die Absicht haben könnte, den Wunsch des Angebers vollends zu befriedigen und für die Zukunft alle weiteren Untersuchungen abzuschneiden 8 .

Der Bergbau

Die Erzlager der Ostalpen scheiden sich in zwei Zonen, die südliche erreicht ihre höchste Mächtigkeit im Hüttenberger Erzberg in Kärnten, die nördliche ver­läuft an der Grenze zwischen den nördlichen Kalkalpen und dem Urgebirge von Schwaz in Tirol über Werfen, Admont, Eisenerz, Mariazell, Neuberg bis Reichenau in Niederösterreich 9 . Daß im eisenhaltigen Gebirge von Werfen schon von den Kelten Bergbau betrieben wurde, ist durch im Hölltal, sowie am rechten als linken Bachufer an vielen Stellen, sowie in der Nähe des Bergbaus Schäferötz und auch im Blühnbachtal gefundene kuchenförmige Schlacken bezeugt. Nach Koch- Sternfeld ist das im Falkensteinschen Saalbuch 1180 erwähnteGut in Pongow r e, das gibt 12 Massen Eisen in die Gegend von Werfen zu verlegen 10 .

Das Werfner Eisen gewann erhöhte Bedeutung, als die Hütte in Plachau nach dem Versiegen der näher gelegenen Gruben auf die Eisensteine des Moos- oder Flachenberges angewiesen war. Dieser Berg liegt in der Nähe von Bischofshofen auf dem linken Salzachufer, der Einmündung des Fritztals gegenüber. Die Baue wurden am nordöstlichen und nördlichen Gehänge in einer Höhe von 1000 m und darüber eingetrieben. Der Lagerzug schwingt sich vom Moosberg in nordwestlicher Richtung auf, durchzieht den Hoferauberg, fällt gegen das Höllental, erhebt sich wieder gegen Schäferötz und setzt sich gegen das Blühnbachtal fort. Die horizontale Ausdehnung der Erzlagerstätte vom Moosberg nach Schäferötz bildet ein Rechteck von 4 km Länge und 2 km Breite und der hier liegende Brauneisenstein reicht noch für viele Generationen. Die Werfner Brauneisensteine gehören der Trias­formation an, sind mürbe und leicht gewinnbar, bilden Linsen oder stockförmige Lager zwischen den Werfner Schichten im Liegenden und dem Guttensteiner Kalk

7 F. Martin, Die politische und amtliche Verfassung der Pflegegerichte Werfen, Mittersill und Saalfelden am Ende des 18. Jahrhunderts, dargestellt von Josef Ferner, Mitt. d. Ges. f. Salzb. Landeskunde Bd. 67 (1927) und Bd. 68 (1928).

8 K. Gen.-Bergwelksadm. an k. Bergwesensdir., München, 26. März 1811.

9 H. Klopfer-H. Riehl, Das steirische Eisenbuch. Graz 1937.

10 Josef Durlinger, Historisch-statistisches Handbuch von Pongau. Salzburg 1867.