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Heinrich Benedikt
urbare Weberlehen in der Imlau, das dem Bauern Hanns Lubhardt gehörte. Er begehrte eine Vergütung des seiner Viehweide durch die Bauten und die Aufbereitungsstätte zugefügten Schadens. Der Supplikant erhielt über Antrag des Bergrichters für die Holzlieferungen pro praeterito et pro futuro ein Jahrespauschal von 5 fl. Als 1779 die baufällige Knappenstube abgetragen und für 76 fl. 13 kr. eine neue errichtet wurde, fällten die Knappen für ihre neue Wohnung und für Scheidstöcke 40 Fichten, 12 Lärchen, 3 „Dachbaum“ (für Schindeln) und 30 kleinere Stämme, worauf Sebastian Wiener, der damals auf dem Weberlehen saß, um 30 fl. Schadenersatz bat. Er wurde abgewiesen, da das Pauschal von 5 fl. den ganzen Holzbedarf der Grube umfasse 26 .
Von dem Werkzeug und dem Gerät der Bergschmiede sind die Inventarien erhalten, aus denen uns manche entschwundene Bezeichnung anblickt und der Fachmann ein Bild von der Arbeitsweise gewinnen kann 27 . Das Arbeitszeug wurde von den 5 Schmieden der Umgebung verfertigt, die sich gegenseitig unterboten. Am 15. Oktober 1824 wurde ein Tarif, den das Werk aufstellte, von den Schmieden angenommen und unterzeichnet.
Anfang August 1770 besichtigte der Bergmeister in Lend J. P. Seer die Erzbaue am Flachen- und Windingberg. Am Windingberg arbeiteten 12 Knappen, zu wenig, um das für das in Aussicht genommene neue Blahhaus erforderliche Erz zu fördern, und der Bergmeister beantragte, den Stand um weitere 5 Hauer zu erhöhen. Er riet „mit einem Stollort das Gebirg aufzuschließen und die in allen Erzgebirgen vorkommenden unedlen Mittel oder Kämpe zu durchbrechen“.
Am 16. September 1770, einem Sonntag, besichtigte Berghauptmann von Lürzer nach dem Gottesdienst und Mittagmahl in Begleitung von Kurz von Goldenstein den vor 5 Jahren wegen der großen Transportkosten aufgelassenen gewerkschaftlichen Bergbau an der Rothen Wand am Schreckenberg 28 im Gutensteiner Kalk des Tennengebirges. Dort gab es reichen Blutstein, wie sonst nirgends in den Werfner Gruben und Lürzer veranlaßte, daß der Bau mit 3 Hauern wieder belegt werde. Am nächsten Tag begab sich Lürzer in aller Früh nach Hoferau, zu dem sehr schönen „blutsteinartigen Anbruche im harten Gebirge“ und sodann nach dem Windingberg in der Imlau, wo der Erzvorrat bereits auf 4000 Truhen angewachsen war. Er empfahl eine Sackziehe, wie sie in Gastein, Rauris und an anderen Orten in Verwendung w r ar, anzulegen, die von den Knappen oder eigenen „Sackzieh-Furgedinger“ bedient werden könnte 29 . Die Kosten des „Sackzieh- gezeugs“ wurden auf 150 fl. veranschlagt. Man berechnete, daß ein Mann in einem Zug je nach Beschaffenheit der Riesen 24 bis 30 Kübel Erz ins Tal bringen werde und dies drei- bis viermal im Tag, also eine Tagschicht von 96 Kübel oder 16 Truhen und im Monat 480 Truhen leisten könne. Mit Pferd- oder Ochsenfuhren war der
26 Kurz v. G. an BWK 20. November 1769. — Entscheidung der BWK 2. Dezember 1796. — Resolution 21. August 1779. — Herrisch an BWD 1784.
27 Beilagen zum Bericht des Bergverwalters v. Herrisch an BWK 2. Juli 1768.
28 Riß vom Gebirg Schröckengraben und Fallwand 1759. Mappen XXI, Nr. 3.
29 Die erste Erwähnung eines Sackzuges findet sich 1564. Die mit Erz gefüllten Schweinshautsäcke wurden von den Sackziehern auf Gestellen, die vorn kleine Räder, hinten Kufen hatten, auf steiler Bahn zu Tal gebracht (Tremel, Frühkapitalismus).