Werfner Eisen
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Transport nicht zu bewältigen, da auf eine Fuhr nur 9 Kübel verladen und von einem Tier nur 2, höchstens 3 Fuhren im Tag geleistet wurden 30 .
Im Winter 1769/70 wurden 990 Truhen Winding- und Schröckenberger Eisenstein nach Flachau geliefert. Die Unkosten einer Truhe Schröckenberger Erz waren so hoch wie die von 4 Truhen des Windingbergs, auf den von nun an das höchste Augenmerk gerichtet war. Mit Dekret des Bergkollegiums vom 18. Jänner 1773 erhielt der Bergmeister und Markscheider auf der Lend, J. P. Seer, den Auftrag, nach dem von ihm vorgelegten Grund- und Seigerriß des Windingberges den Hoffnungsbau mit Stollen-Aufschließung fortzusetzen.
1778 wurden von dem Knappen Johann Kloiber in dem von Werfen anderthalb Stunden entfernten Höllberg zwei Neuschürfe entdeckt ,,die fast noch mit allem Erzt am Tage stehen“. Vor Jahren hatte schon sein Vater „im hintern Höllen“ einen Neuschurf gefunden, aber verlassen, da er zu wenig Erz ergab. Die neuen Funde zeigten ein günstiges Ergebnis. Nachdem Johann Kloiber 300 Truhen geliefert hatte, überließ er die beiden Neuschürfe dem Ärar, wofür er 9 fl. 30 kr. erhielt 31 .
Bald nach der Aufnahme des Bergbaus im Höllgraben fand der Vorsteher der Grube, Johann Baumgartner, einen „hintersten Anstand“, der mit Erzanbrüchen reich gesegnet war. Er erhielt für die Entdeckung eine Belohnung von 7 fl. 12 kr. Vierzehn Jahre später brannte das Häuschen Baumgartners im Werte von 150 fl. ab. Inzwischen waren mehrere tausend Truhen dort gefördert worden und die Hofkammer ließ ihm 2 Dukaten aushändigen 32 .
Da im Höllgraben ein Unterstand für die Knappen fehlte,- wurden die dort arbeitenden 10 Mann über den Winter auf den Windingberg und in die Hoferau verlegt, wo ordentlich geheizte Bergstuben standen. Als die Hölle dann auch eine Bergstube erhielt, lieferte der Bauer Ciriak Faist Gruben- und Brennholz auf Grund eines fünfjährigen Vertrages. Der Jahresbedarf wurde mit 10 Stamm Grubenholz und 13 Klafter 33 Brennholz veranschlagt. Die Stämme wurden von der Bergverwaltung bezeichnet. Für den Stamm erhielt er 10 kr., für die Klafter 26 kr. 34 .
Das Scheidwerk am Windingberg gab Anlaß zu Klagen. Das Übel lag in den Beimengungen von Blei, welche die Verschmelzung erschwerten und die Güte der Flossen beeinträchtigten. Die ungenügende Reinheit erforderte einen unverhältnismäßig hohen Zuschlag von Eisenschiefer und beanspruchte allzu sehr die Feuerfestigkeit des Ofens. Die lököpfige Belegschaft, selbst der Hutmann, konnte wirklichen Eisenstein von eisenschüssigem Kalkstein nicht unterscheiden. Bergrat Schroll schlug vor, bedenkliche Scheid Werkstücke nach jeder Bergfahrt zu rösten. Auch beantragte er, beim Blahhaus die „Wasserstätte“ für einen ganzjährigen Erzvorrat zu vergrößern, da durch die Wässerung viele taube Kalkteile weggeschwemmt
30 Bericht Lürzers 25. September 1770.
31 Resolution 17. Juni 1780.
32 Kurz an BWD 28. Jänner 1779. — BWD Dekret 13. Feber 1779. — Hofkammer 23. Feber 1793.
33 1 Klafter = 3,3389 m 3 .
34 Relation Schroll 20. Juli 1789.
Technikgeschichte, 17. Heft.
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