Aufsatz 
Werfner Eisen / von Heinrich Benedikt
Entstehung
Seite
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Werfner Eisen

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Untersuchungen, so einen halbverfallenen Schürfstollen undeinen 5 Fuß mächtigen Eisenstein-Abbruch, welcher zur Eroberung gleichsam schon in Bereitschaft war. Der Neuschurf wurde sofort mit 2 Mann belegt und die Auszimmerung des alten Stollenmundes angeordnet 38 .

In den nächsten Jahren wurden in Schäferötz mehrere Stollen aufgeschlossen und Halden angelegt. 1803 erhielt der ,, Sch äfferbauer Josef Haas eine Schadens­rente von jährlich 4 fl. für den entfallendenGraszins, die, als weitere Neuschürfe eingetrieben, Erz- und Scheidkaune und Roststätten angelegt wurden. 1807 auf 6 fl. erhöht wurde. Der Schäferbauer besorgte im Nebenverdienst das Erzziehen von Schäferötz 39 .

Die Eisensteingrube in der Schäferötz, 1809 vom Oberberghutmann Kendl­bacher vermessen und beschrieben, übertraf alle andern Bergbaue, sie lieferte um die Jahrhundertwende jährlich 1900 Truhen, w ährend am Windingberg nur 800, in Höllen 500 Truhen erobert wurden.

Das Blahhaus in der Blientau

Die Befreiung des Metalls von den im Erz enthaltenen Beimengungen geschieht durch die Verhüttung im Schmelzofen. Die älteste Eisengewinnung erfolgte im Rennfeuer in tiefen, ausgemauerten und mit Lehm verkleideten Gruben, die mit Lagen von Holzkohle und gerösteten Braunerzen gefüllt witrden. Durch das Rösten wird die Kohlensäure ausgetrieben, Schwefel oxydiert, durch die chemische Ver­änderung des Erzes das Verschmelzen erleichtert und durch die Gewichtsver­minderung Fracht und Kohle erspart. Wie heute wurde einZuschlag von Kalk und Schiefer beigesetzt, um mit den Begleitmineralien der Erze und der Kohlen­asche zur Schlacke zu verschmelzen. Wind wurde mit Ästen zugefächelt. Nach weniger als 24 Stunden wurde ein weiches unreines Eisenstück, 7 kg schwer, heraus­gezogen. An Stelle der Schmelzgruben der Kelten traten auf luftigen Höhen an­gelegte Windöfen. Seit der Erfindung des Blasebalgs konnte der Ofen im Tal stehen und im Werkgaden unter einem Dach mit dem Hammer vereinigt w erden und seit der Mitte des 13. Jahrhunderts löste die Wasserkraft die Balgtreter ab. Der Windofen entwickelte sich zum Stuckofen, der einer kräftigeren Luftzufuhr bedurfte, weshalb er an das Bachufer verlegt wurde, wo Wasserräder die Bälge antrieben. Auch jetzt wurde das Eisen in teigigem Zustand, den Rohluppen, aus dem Ofen gezogen und unter wiederholtem Erhitzen ausgehämmert und auch jetzt gewann man nur Schmiedeeisen und nicht das noch unbekannte Gußeisen, da die hohen Temperaturen nicht erreicht wurden, um das Eisen flüssig zu machen. Der Stuckofen mußte vor jeder Tagesarbeit gelöscht, die Ofenbrust niedergerissen und frisch gemauert werden. Als das von den Büchsenmachern erfundene Schmelz­verfahren von den Eisenhütten übernommen wurde, trat an Stelle des Stuck- der Blahofen, dessen Wesen darin besteht, daß flüssiges Eisen durch Abstich ge­wonnen wird. Die Erfindung des Bläh- oder Floßofens nahm von Kärnten ihren Ausgang. 1538 verlieh der Erzbischof von Salzburg, Cardinal Mathätjs Lang,

88 Kommissionsrelation an Hofkammer 18. Jänner 1793.

39 Bericht an lf. Kammer 23. August 1807.