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Heinrich Benedikt
das zur Herrschaft Gmünd gehörige Bergwerk in der Krems einer Gewerkschaft, welcher der Landeshauptmann Christoph Khevenhüller angehörte. Hier, in Kremsbrücken wurde, wie urkundlich feststeht, 1541 der Floßofen gebaut, der nach Wiessners Ansicht der erste in den Alpenländern ist 40 . Vielleicht aber gab es einen noch älteren. Die älteste Abbildung eines Blahofens zeigen drei um 1525 entstandene Gemälde von Herry met de Bles, nach dem Käuzchen seiner Maler-
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Bild 1. Blahhaus in der Blientau.
Original im Landesregierungsarchiv in Salzburg.
marke il Civetta genannt. Nahe dem ab gebildeten Bläh werk steht ein mächtiges Bergschloß. Könnte das nicht Hochosterwitz sein, welches gerade im Jahre 1541, in welchem das Blahhaus urkundlich erwähnt wird, an Khevenhüller verpfändet wurde 41 ? Eine bemerkenswerte Erwähnung eines Floßofens im Salzburgischen verdanken wir Alfons Müllner 42 .
Die neue, der Gewinnung von Gußeisen dienende Anlage hieß nach dem zur Erreichung der Schmelzhitze dienenden, von Wasserkraft betriebenen Gebläse und weil man darin das Erz zum Rauheisen blähte, Bläh- oder Blahhaus. Die Be-
40 H. Wiessner, Geschichte des Kärntner Bergbaues III. Teil. Kärntner Eisen. Klagenfurt 1953.
41 E. v. Kurzel-Runtscheiner, Stuckofen und Flußofen zur Eisengewinnung und deren älteste Abbildungen. Der Siegesländer Berg- u. Hüttenmann Bd. 20 (1938), 55—59. — H. Benedikt in Wiener Zeitung v. 25. Dezember 1952.
42 A. Müllner, Geschichte des Eisens in Inner-Österreich VII, 58ff.