Aufsatz 
Werfner Eisen / von Heinrich Benedikt
Entstehung
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Heinrich Benedikt

Blahhaus aufstellen. Die Ortswahl war durch die Wasserkraft für das Gebläse, den Blühnbach, gegeben, den man noch Plimpach schrieb. In der Zeit der Romantik wurde der Name zu Blühenbach veredelt. Die Heiligenlegende leitet ihn von dem Reis ab, das Erzbischof Hartwig Graf von Sponheim (991 bis 1023) pflückte und das in seiner Hand erblühte.

Die Gewerke stellten dem Landesfürsten vor, daß auf dem Flachenberg das ganze Jahr gearbeitet werde, aber das Erz nur im Winter nach Flachau geführt werden könne und liegen bleibe, wenn nicht genug Schnee fiel, wie es 1762 der Fall war. DerSam nach Flachau koste ein Mehrfaches als der Fuhrlohn nach Plientau betrüge und ein dort errichtetes Blahhaus könnte zu einem wesentlich billigeren Fuhrlohn das hochfürstliche Eisenhammerwerk Ebenau mit Flößen beliefern. Flachau würde in der Erzversorgung nicht verkürzt werden, denn im Flachenberg läge genug Erz, um dieselben Mengen wie bisher dorthin zu liefern. Die Bischofshofner Gewerken richteten, wie ihnen bedeutet wurde, eine Eingabe an die Regierung. Da die Bittschriftnur simpliciter anhero dirigiret, wurdendie Supplicanten abgewiesen* *.

Aber der Amtsschimmel vermochte nicht die Anregung der Gewerken nieder­zutreten und als 1767 das reiche Erzvorkommen im Windingberg entdeckt wurde, fand sie plötzlich eine begeisterte Aufnahme.

Der Bergbau war immer mehr hinter den Salinen zurückgesetzt worden, da diese in der Versorgung mit Holz bevorzugt wurden, von dem die Halleiner Sud- pfamien Unmengen verzehrten. Berghauptmann Lürzer von Zehendthal sah in demdurch das Übergewicht des Salzwesens niedergedrückten und allbereits in Zügen liegenden Bergwerk einRettungs- und Hilfsmittel für die Staatsfinanzen und die Volkswirtschaft,da das Bergwesen ein gleiches landesherrliches regale wde das Salz wesen sei undopportet unum facere et alterum non ommittere.

Hallein bereitete der Aufstellung eines neuen Floßofens Schwierigkeiten. Aber zu dem Halleiner Salzbergwerk gehörte auch der Eisenhammer in der Ebenau, der die Pfannen herstellte und dem ein Blahhaus in der Plientau wohlfeilereFloßen- oder Raucheisen liefern konnte. So stand dem Nachteil ein Vorteil gegenüber. Qui sentit onus sentiat etiam commodum, zitiert der rechtskundige Berghaupt­mann. Auch hoffte man zur Verhüttung in der Plientaubei dem so reichen Eisen­stein, dergleichen in keiner Nähe herum befündlich ist**, verhältnismäßig wenig Holzkohle zu benötigen. Dazu kam, daß in schneearmen Wintern, in denen die Zufuhr aus den entfernten Hütten nach Ebenau nicht möglich war, Pfannbleche aus dem Ausland bezogen worden waren.

Der Oberwaldmeister wurde beauftragt, nach Holz, das für Hallein uneinbring­lich war, Ausschau zu halten. Die für Hallein unzugänglichen Gebiete waren so groß, daß ein Blahhaus in der Plientaugleichsam ewig mit Waldungen versehen sei** 48 .

Die Hofkammer verhandelte am 5. September 1767 unter dem Vorsitz ihres Vizepräsidenten Baron von Rohlingen im Beisein des Kammerdirektors Franz Anton A man , der Räte Baron Grimming, von Lasser, de Berti, von Eichen-

48Unmaßgebliches Gutachten Lürzers 22. August 1767.