Aufsatz 
Werfner Eisen / von Heinrich Benedikt
Entstehung
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Werfner Eisen

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heim, von Stockhammer, von Paltenhofen, von Geyer, de Andreis und des Berghauptmanns Lürzer von Zehendthal als Kammerprokurator über den Bericht des Bergwerkskollegiums zur Bittschrift der Flachenberger Gewerke vom Juli 1765. Das Referat führte Franz Anton de Berti. Die Gewerke verpflichteten sich bei jedesmaliger Schlittenbahn auch Flachau zu versorgen, wo man auf die Bei­mischung des Flachenberger Eisensteins zur Gicht besondern Wert legte, ,,weillen, wie es in dem Gesuch der Gewerke heißt, ,,auch öfter das beste Erzt ohne Bei­setzung ander alleinig sich nit bemeistern lassen. Die Bittschrift wies darauf hin, daß die Verwaltung des Blahhauses nur geringen Aufwand erfordere, da der Blei- und Galmei-, auch Eisenberg-Verwalter zu Werfen es war dies zu dieser Zeit der Interim-Amtierer Felix Dismas von Herrisch neben seinen andern Obliegenheiten die Aufsicht führen könnte, womit auch die Errichtung eines Wohn­hauses wegfiele.

Die Pflegschaft Hallein wurde einvernommen, betonte ihren Anspruch auf alle nach Hallein gewidmeten Herrn- und Freiwälder des Pfleggerichts Werfen, aus denen das Holz mit ,,Laitfuhren oder durch Triften zur Salzach gebracht und dort zum großen Rechen geschwemmt werden könnte, legte aber keinen Ein­spruch ein, daß in den ausgelackten (Bauern-) Wäldern die Besitzer und in den unausgelackten (hochfürstlichen) eigens angestellte ,,Kohlgredinger das Blahhaus versorgten.

Das Messinghüttwerk Oberalben bezog für seinen Eisenhammer in Ebenau bisher die Flößen aus Flachau, Dienten und Achtal 49 . Die Flößen aus Achtal, das am günstigsten lag, kamen einschließlich des Fuhrlohnes auf 3 fl. 16 kr. zu stehen. Die Erzeugung eines Zentners Schmiedeeisen aus Achtaler Flößen stellte sich auf 9 fl. 10 kr., bei den Flößen aus Flachau und Dienten auf 18 bis 19 fl. Ebenau er­hielt nur ein Fünftel seines Bedarfs aus Achtal. Von Blientau wurde die ganze erforderliche Menge sicher und wohlfeiler erwartet. Der zu errichtende Blahofen sollte jährlich mit 2000 Truhen Eisenstein versorgt werden. Das Gewicht der Truhen ist ungleich. So beträgt es in einem Jahr im Durchschnitt bei der Win- dinger Truhe 750, der Schäferötzer 708 und der Höhlner 672 Pfund.

Da der neue Blahofen ausschließlich für Ebenau arbeiten sollte, mußten die Halleiner Salinen zu seiner Aufstellung die halben Kosten tragen. Die ausschließ­liche Leitung blieb dem Bergwerkskollegium Vorbehalten, welches den Anlaß benützte, dem Pfleger in Hallein zu bedeuten, er möge sich auch nicht in das Messing­hüttenwerk Ober alben mischen 50 .

Im Juni 1767 lagen 4569 Truhen Eisenstein bereit 51 , die Errichtung des Blah­hauses drängte. Die Hofkammer unter dem Präsidium des Grafen Carl Hannibal von Dietrichstein übertrug dem Hofkammerdirektor Franz Anton von Aman mit geheimem Dekret vom 17. Feber 1770 die Oberaufsicht über den Bau. Der Platz wurde ,,neben dem Fuchsenlehen oder Pliembachfeld gegen die Leopfer Brüggen auf der hochfürstlichen Frey neben der Landstraßen in einer Länge

49 Achtal liegt in dem 1816 an Bayern abgetretenen Gebiet. G. Mussoni, Die Eisen­gewerkschaft Achtal 15371919. Mitt. d. Ges. f. Salzb. Landeskunde Bd. 60 (1920).

50 Relatio ad Cameram in Consilio Camerae 5. September 1767.

51 Consilium Metallurgicum et Monetale an Hofkammer 3. Juni 1767.