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Heinrich Benedikt
von 70' und Breite von 45' ausgesteckt. Für den Kohlenbarren war dieselbe Breite bei einer Länge von 100' und eine bequeme Einfahrt bei der „Pliembach Brüggen“ vorgesehen. 500' oberhalb des Platzes stand der Holzrechen, der das für die Festung Hohen Werfen bestimmte Holzdeputat auf fing. Die für das Gebläse erforderliche Schwellung des Wassers konnte durch Erhöhung mit ein oder zwei Baumlagen erreicht werden. Beim Rechen wurde das Wasser in einen Gang zum Blahhaus geleitet. Der Abfall ging zwischen Kohlbarren und Blahhaus zur Rechten und dem Fuchsenlehen zur Linken zurück in den Blühnbach, wobei genug Raum für die Erzkästen verblieb 52 .
Dem Bau des Blahofens in der Blientau diente der 1763 neuerbaute in Bundschuh im Pfleggericht Moosham im Lungau als Muster. Grundriß und Profil, „nicht einstimmig, sondern in etwas varirend“ wurden vom „hf. Salzb. Gold-Silber-Blei- Kobald- und Eisenberg: dann Poch-Wäsch-Schmelz: wie auch Bla- und Hammer- werks-Händl-Verwes-Amt in Longau“ zu Ramingstein am 21. April 1770 der Berghauptmannschaft vorgelegt. Die Ausführung wich in Einzelheiten vom Plan ab. Alljährlich wurde mit einem „laufenden Schmelzausweis“ eine Beschreibung des Ofens mit einer Zeichnung vorgelegt, welche die genauen Maße 53 anführen. Danach maß der Ofen vom Bodenstein bis zur Form 1' 3", von der Form bis zum Kohlsack 7' 6“, vom Kohlsack bis zur Gichtöffnung 15' 3", erreichte somit die Höhe von 24'. Die Weite vom Bodenstein bis zur Form betrug rund im Diameter 2' 3", beim Kohlsack 5' und bei der Gichtöffnung wieder 2' 3". Alle Maße, besonders genau die der Formen, durch welche der Wind geblasen wird und der Düsen werden angegeben.
Die Oberaufsicht über den Bau des Ofens erhielt der Maurermeister Rupert Jäger aus „Dämsweg“, der den Bundschuher Ofen gebaut hatte. Er traf Ende Mai 1770 in Werfen ein, wo sich auch der Hofkammerdirektor von Aman einfand. Beim Tamsweger Maurermeister hatte der „junge, aber erfahrene und geschulte“ Maurermeister zu Werfen, Joachim Glanner, der eigentliche Bauführer, sich, wenn er es dessen bedurfte, Rat zu holen. Der Blahmeister Hans Zifferer vom Flachauer Hammerwerk leitete die Aufsetzung des Bodenstocks, wofür er vom Flachauer Verwesamt 1 fl. als tägliches Deputat erhielt. Die Zimmerarbeit beim Blahhaus und Kohlenbarren wurde an den Zimmer- und Werksachverständigen Hanns Pfeffer aus Lend vergeben, der auch in Bundschuh gearbeitet hatte. Glanner und Pfeffer hatten schon mehrere Blahofen gebaut und verstanden sich auf die Ausfütterung mit „Feyersteinen“.
Das Wasserwerk oblag Hanns Pfeffer „als einem in dieser Sphaera sonderlich geübten Mann“ 54 . Er erhielt die Stelle als Blahmeister. Hanns Pfeffer war, als er in die Blientau kam, ein Mann von 49 Jahren. Er blickte auf eine vierzigjährige Dienstzeit zurück. Mit neun Jahren arbeitete er als Köhlerbub, mit vierzehn trat er als Zimmerer in Dienten ein, wo er Meister wurde und 19 Jahre blieb. 6 Jahre verbrachte er auf Reisen, um „die Einrichtungen nützlicher Maschinen“ kennenzulernen, 3 Jahre wirkte er beim Hammer- und Blahhaus St. Andrä und in Bundschuh und 7 Jahre als Zimmermeister auf der Lend. Das Gebläse bestand aus einem
62 Relation Aman 23. Juli 1770.
63 1 Schuh oder Fuß (') = 31,6081 cm, 1 Zoll (") = 2,63401 cm.
54 Relation Aman 23. Juli 1770.