Aufsatz 
Werfner Eisen / von Heinrich Benedikt
Entstehung
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Heinrich Benedikt

1790 lieferten die gewerkschaftlichen Schief ererzgebäude im Pfleggericht St. Johannes, Christian Häpl am Kollbühel, Lorenz Gehrwolf zu Oberhundris, Paul Geplegger zu Unterhundris, Mathäus Moser zu Grubbühel und Peter Lechner daselbst, ferner Sebastian Herzog zu Grafenhof insgesamt 538 Truhen. Mehr als die Hälfte lieferte Moser, der seine Grube um 250 fl. gekauft hatte. Sein Tonschiefer wies 15% Eisengehalt auf. Der Preis stellte sich beim Blahhaus auf durchschnittlich 1 fl. 26 kr. Erst um 1800 wurde die Schiefergrube am Grubbühel beim Grublhof im Eingang des Blühnbachtals, eine halbe Stunde vom Werk ent­fernt, ausgebeutet 60 .

Die Inbetriebsetzung des Ofens wurde auf den Frühling 1773 verschoben. Es wurde damals in Erwägung gezogen, nur jedes zweite Jahr, abwechselnd mit Flachau zu schmelzen 61 .

Im April 1773 wurde der Ofen angeblasen. Der Flachauer Verweser Joseph Hofstätter wohnte der ersten Erzverblähung bei. Es lag für 45 Wochen Erz, aber nur für 20 Wochen Kohle und Schiefer gar nur für 8 Wochen da. Auch zeigte sich, daß der Kohlbarren zu klein und der Bau eines zweiten nötig war 62 .

Zur Verfrachtung der Flößen, die als Bergwerksprodukt mautfrei waren, nach Ebenau wurde von Kurz von Goldenstein ein Vertrag mit einem Fuhrmann ge­schlossen. Er erhielt für die Fuhre, Wagen oder Schlitten 10 kr. 63 .

Der Ofen wurde alljährlich im Frühjahr angeblasen und stand ein halbes Jahr im Betrieb. Im Winter ruhte die Arbeit, da oft zu wenig Wasser da war, das Gebläse zu treiben, und die Gerinne vereisten.

Obwohl das Eisenwerk nicht zu Markt Werfen gehört, wurde es nach Werfen benannt, weil der Sitz der Bergwerksverwaltung bis 1842 im Brennhof, in der Mitte des Marktes war. Erst später nahm die Hütte den Namen Sulzau-Werfen auf. ,,Sulzaw ob dem Plümbach bei Werfen wird zuerst als Lehensgut in einer Eintragung von 1332 erwähnt 64 .

Von 1776 an liegen regelmäßige Betriebsberichte vor. In einer Woche (14 Schichten) wurden aus rund 500 Zentner 65 Erz bei einem Verbrauch von 214 Sack Kohle 56 Flößen abgeblasen, die 100 Ztr. Roheisen und bis zu 3 Ztr. Brock- oder Wascheisen ergaben. 1 Ztr. Roheisen benötigte 5 Ztr. Erz und 2 Sack Kohle.

1776 wurde am 18. März zu blahn begonnen und das Schmelzen nach 33 Wochen am 21. Juli eingestellt, da die vordere Wand durch die Hitze allzu hergenommen war. Am 12. August wurde wieder angeblasen und bis zum 8. September gearbeitet. Im nächsten Jahr stieg die Erzeugung auf 115 Ztr. in der Woche. 1778 wurde der Ofen am 3. Mai angelassen. In 22 Wochen wurden 907 Truhen Windingberger,

60 Tabell über die gewerkschaftlichen Schiefererztgebäude 1790. Moser an Hof- kammer 24. November 1794. Mappen XXI. Schiefergrube am Grubbühel.

61 de Negri an Hofkammer 10. Oktober 1772.

62 Kurz v. G. an BWK 5. Juni 1773.

63 Herrisch an BWD 17. Feber 1776.

64 F. Martin, Zbr Geschichte von Pfarrwerfen und St. Veit. Mitt. d. Ges. f. Salzb. Landeskunde Bd. 86/87 (1946/47).

65 1 Zentner (100 Pfund) = 56 kg.