Aufsatz 
Werfner Eisen / von Heinrich Benedikt
Entstehung
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Werfner Eisen

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31 Hoferauer und 25 Schreckenberger Eisenstein und 632 Schiefer, zusammen 1595 Truhen oder 11885 Ztr. vergichtet und 2456 Ztr. Flößen erzeugt. Der Kohlen­verbrauch betrug 5062 Sack 66 . Die Erzeugung war so groß, daß sich Vorräte sammel­ten, die nur langsam Absatz fanden. Deshalb wurde 1782 der Ofen für ein Jahr kalt gelassen und von den 19 Arbeitern neun verabschiedet, die übrigen, auch die

4 Blahknechte zur Bergarbeit herangezogen 67 .

1777 legte der Blahmeister Johann Pfeffer eine von ihm erfundene Verbesse­rung des Gebläses vor. Die in Blientau verwendete Windmaschine war nach dem Modell der von Maria Zell konstruiert. Die Erfindung Pfeffers besteht erstens in der geänderten Form des Windkastens, den er ,,im Quadrat herstellt, wobei ,,die zwei Seiten in Zirkel verfertigt werden,wie es die Hebladen, durch welche der Wind gedruckt wird, erfordert, zweitenstruckt auch der untere Boden den Wind zwar, jedoch nicht durch eine Eisenstang, welche durch den oberen Boden herauf durch einen Schamei und Waag gezogen wird, sondern durch ein Heblad allein, wie ansonst ein ledner Balg pflegt gedruckt zu werden und drittens wird der Kastenzwar am Holz, aber nicht wie Tischlerarbeiten mit Leimen und Nageln, sondern durch einen andern Forti zusammengefüget, so daß, wenn Holz ausdürret und Wind ausgeht, die Maschin durch einen Schrauben zusammengetrieben werden kann. Die Herstellung erforderte nur einen Aufwand von 150 fl. und leistete dasselbe wie zwei Lederbälge, die 350 fl. kosteten 68 .

Als das Hammerwerk Sankt Andrä 1788 durch Hochwässer schwer beschädigt wurde, erhielt Pfeffer mit seinen beiden Söhnen den Auftrag, denHammer- Wasserschlagbau neu aufzustellen 69 .

Am Ende eines Quartals zufriedenstellender Arbeit wurden auf Befehl des Erzbischofs dem Blahmeister 2 Speciestaler und den beiden oberen und beiden unteren Ofenknechten je ein halber Speciestaler ausgefolgt 70 .

Im Dezember 1778 baten die Bläh werkarbeiter um einen Beitrag aus der Handels- kasse zumSt. Barbara Tinzl-Tag, wie dies bei allen Bergwerkshandeln üblich war. So wurden in Dienten den Schmelzern 9 fl. zum Festmahl verabfolgt und in früheren Jahren den Werfner Knappen 5 fl. 15 kr., wovon der Geistliche, der das Hochamt am 4. Dezember zelebrierte, der Bergrichter und der Bergwerksbeamte je 1 fl. 30 kr. und der Hutmann 45 kr. erhielten. Als der Werfner Bergbau nach Schließung der Blei- und Zinkgruben zusammenschrumpfte, wurde die Zuwendung eingestellt und derTinzl Tag auf alleinige Kosten des Berg- und Hüttenvolkes gehalten. Herrisch leitete die Bitte weiter und die Bergknappen erhielten wieder

5 fl. 15 kr. und die Blahwerksarbeiter 2 fl. 30 kr., wovon der Blahmeister 46 kr. und jeder Schmelzer 26 kr. bekam 71 .

66 Werfnerisches Blahwerksregister 1778.

67 Herrisch an Bergwerksdirektion 20. Feber 1781.

68 Herrisch an BWD 5. Dezember 1777. Resolution 13. Dezember 1777.

69 Hofkammer 17. Jänner 1789. F. Reitlechner, St. Andren, 7. Hornung 1789 an hf. Eisenwerksverwaltung Werfen (Werksarchiv).

70 Decretum an die Einrichtungscommission 8. August 1778.

71 Herrisch an BWD 9. Dezember 1778 m. beil. Gesuch und Resolution 19. De­zember.