Aufsatz 
Werfner Eisen / von Heinrich Benedikt
Entstehung
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Heinrich Benedikt

1795 trat der Blahmeister Johann Pfeffer in den Ruhestand. Mit 9 Jahren hatte er als Köhlerbub seine Laufbahn begonnen und seit seinem 14. Jahr stand er im hochfürstlichen Dienst. Er war 75 Jahre alt, von denen er 61 im Dienst seines Landesherrn verbrachte. Das Werk beantragte, ihm einen seinem Aktivitätsgenuß in der Zeit außer der Kampagne gleichen Ruhegehalt von 8 bis 9 fl. im Monat zu bewilligen. Da der Antrag über die höchste Stufe des Provisionsnormale hinausging, genehmigte die Hofkammer nur den Monatsbezug von 7 fl. 13 kr., wie er für die I. Klasse der Schmelz-Oberhüttleute vorgesehen war.

Der alte Pfeffer, der die Windkästen erfand und verfertigte, die zuerst in Werfen und dann in andern Hütten auf gestellt wurden, wurde wiederholt zu andern Berg- und Schmelzwerken zwecks Einführung neuer Maschinen beordnet, auch nach Hallein, wo er eineBodensaag, wie er sie in Steyr sah, baute. 1779 erlitt er durch den Brand seines Hauses einen Schaden von 400 fl.

Nachfolger des pensionierten Blahmeisters wurde sein 29jähriger, gleichnamiger Sohn. Während des üblichen Probejahrs erhielt er während des Schmelzganges 2 fl. 42 kr. wöchentlich und außerhalb der Kampagne einen Schichtenlohn von 22 kr., der in der Woche 2 fl. 12 kr. ausmachte. Auch erhielten die Blahmeister nach glücklichem Schmelzgang einen ,,Recompens für Übereifer. Der alte Pfeffer war in den letzten Jahrenwunderlich und wehrte sich gegen Neuerungen bei der Röstung und Wässerung der Eisensteine, die höheren Ortes gewünscht wurden.

1800 sollte der junge Pfeffer seinen Posten mit dem Blahmeister in Dienten tauschen. Es kam nicht dazu, da dieser erkrankte und bat, mit Rücksicht auf sein hohes Alter ihn in Dienten zu belassen. Auch Pfeffer bat, von der Versetzung Abstand zu nehmen, da er sein Gütel nicht mehr in freien Stunden bearbeiten könnte und die ergrauten Eltern verlassen müßte. Der Grund der beabsichtigten Versetzung lag darin, daß Pfeffer wie aus einem Jagdprotokoll hervorging,der Wilddieberei höchst verdächtig war. Johann Pfeffer Sohn heiratete 1802 die Bauernknechtstochter Marie Schober aus Dienten, die 300 fl. mitbrachte. Er erhielt in diesem Jahre eine Jahreszulage von 12 fl. für seine Dienste als Werks­zimmermeister 80 .

Das Hammerwerk

1781 erhielt Plientau ein Hammerwerk, das im Herbst 1782 fertiggestellt war 81 . Es war vor allem zur Erzeugung von Pfannblechen für das Halleiner Sudwerk bestimmt. Sollten die Aufträge nicht ausreichen, konnten Nagl-Zain, Bauplatten und Schloßblech geschmiedet werden. Zur Erzeugung von Nagl-Zain eignete sich der Flachauer und St. Andräer Brigl, für Bauplatten und Schloßblech die St. Andräer und Dientner Flammen. Die Hütten lieferten den Zentner zu 20 fl. Das neue Hammerwerk erhielt den Auftrag, das zur Streckware erforderliche Eisen ein Jahr voraus zu bestellen und im Winter bei minderem Fuhrlohn zuführen zu lassen.

Eine Beschreibung des damaligen Hammerbetriebes verdanken wir dem Franzo­sen Jars, der 1758 das steirische Eisenwesen studierte. Der einen Fuß über die - *

80 1806, Fase. 2.

81 Herrisch an BWD 7. Setember 1782. Mappen XXI, Nr. 6, Blechhammer- Gebäude 1781 und Erweiterung des Hammerwerks 1811.