Aufsatz 
Die Entwicklung der Oxygenstahlverfahren / von O. Cuscoleca und H. Trenkler
Entstehung
Seite
95
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Die Entwicklung der Oxygenstahlverfahren

Von

Dipl.-Ing. 0. Cuscoleca, Österreichisch-Alpine Montangesellschaft

und

Dr. H. Trenkler, Vereinigte Österreichische Eisen- u. Stahlwerke AG.

Mit 5 Abbildungen

Die gesamte österreichische Rohstahlerzeugung im Jahrg 1937 (zirka 650000 t) entsprach dem Bedarf des österreichischen Bundesgebietes und dem damaligen Export und die Kapazitäten der Hochofen-, Stahlwerks- und Walzwerksanlagen waren aufeinander abgestimmt. Der während des zweiten Weltkrieges begonnene Ausbau der Hütte Linz wurde noch während des Krieges nach Fertigstellung des Hochofenwerkes und vor Ausbau der Stahl- und Walzwerke abgestoppt, so daß nach Kriegsende durch eine übergroße Hochofenkapazität eine Diskrepanz zwischen Roheisen-, Stahl- und Walzkapazität vorlag. Die österreichische Stahlindustrie hatte sich daher neben der Beseitigung von Kriegs- und Demontageverlusten mit dem Problem des Ausgleiches dieser Kapazitätsdifferenzen unter Berücksichtigung eigener Rohstoff- und Energiequellen zu beschäftigen. Diese Überlegungen fanden ihren Niederschlag im Eisen- und Stahlplan 1948, der eine Rohstahlerzeugung von 1 bzw. 1,3 Mio jato vorsah und damit in der ersten Ausbaustufe dem erhöhten Stahlbedarf entsprechen sollte. Schon in diesem Plan wurde auf die Einführung eines Konverterverfahrens hingewiesen.

Eine Erhöhung der Stahlwerksproduktion für Massenstähle auf dem Sektor der SM-Ofenkapazität wäre das Naheliegendste gewesen, wenn nicht aus der ge­samten österreichischen Situation heraus bestimmte Rohstoffschwierigkeiten da­gegen gestanden wären. An erster Stelle war es die Unmöglichkeit, weitere Schrott­mengen auf dem österreichischen Schrottmarkt aufzubringen, die sich immer mehr verschärfende Schrottverknappung auf der ganzen Welt, die zu hohen Preisen und Ausfuhrverboten verschiedener Staaten führte, und gleichzeitig die ständige Ver­schlechterung der Qualität desselben.

Der Anteil der Edel- und Qualitätsstahlerzeugung im Vergleich zur Kommerz- Stahlerzeugung liegt in Österreich im Gegensatz zu anderen Ländern Schweden und Italien ausgenommen hoch. Die Edelstahlerzeugung erfordert aus technischen