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Ernst Neweklowsky
Vorstellung machen. Nicht nur, daß die Türkei bis an die Südostgrenze der Donaumonarchie heranreichte, was die Ursache war, daß vor dem Jahre 1782 noch niemals die österreichische Flagge an der Mündung der Donau entfaltet worden war 2 , bot auch der gänzlich ungeregelte Strom mit seinen weit verzweigten Armen und den zahlreichen Untiefen in der ungarischen Tiefebene sowie den Klippen und Stromschnellen in der sogenannten Kataraktenstrecke und im Eisernen Tor, wo die Donau
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Bild 1. Das erste Dampfschiff auf der Donau (1818).
auf eine Länge von mehr als hundert Kilometer das Gebirge durchbricht, den Dampfschiffen kaum zu bewältigende Hindernisse. Erst im Jahre 1834 glückte es dem Dampfer „Argo“ der Gesellschaft, durch dieses zuletzt genannte Hindernis hindurchzukommen und die 950 km lange Strecke der „unteren Donau“ zu erreichen, wo in Galatz, 170 km von der Mündung des Stromes entfernt, der Austausch der Waren von den Donauschiffen auf die Segelschiffe vom Schwarzen Meer stattfinden konnte. Der Verkehr in der Mündungsstrecke wickelte sich übrigens durchaus nicht reibungslos ab, hatte doch noch im Jahre 1856 Tegett- hoff als Kommandant des k. k. Stationsschiffes „Taurus“ in der Sulinamündung unerhörte Schwierigkeiten zu meistern 3 .
2 Hans Halm, Die Entdeckung der Donau als Welthandelsstraße, Oberösterreichische Heimatblätter, 6 (1952), S. 23.
3 Peter Handel-Mazzetti und Hans Hugo Sokol, Wilhelm von Tegetthoff (1952), S. 8$.