Aufsatz 
Aus der Frühzeit der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft / von Ernst Neweklowsky
Entstehung
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Aus der Frühzeit der Douau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft

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Die Donau zwischen dem Eisernen Tor und Galatz bot keine wesentlichen Hindernisse, und dieArgo konnte die Strecke ziemlich unschwer, höchstens durch Verwaltungsmaßnahmen behindert, befahren. Die von oben kommenden Schiffe fuhren bis Moldawa oberhalb der Kataraktenstrecke, wo nach der durch das Dreißigstamt 4 erfolgten Revision der Waren deren Umladung in Ruderschiffe vorgenommen wurde. Dies verzögerte die Abfahrt oft um einen ganzen Tag. In Orsowa wurden die Waren neuerlich revidiert, was wieder längere Zeit in Anspruch

Bild 2. Der erste Dampfer der Ersten k. k. priv. Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft

Franz I. (1830).

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nahm, wodurch wieder ein Tag verloren ging, denn die Schiffe fuhren nur derart nach Skela Cladowa ab, daß sie am gleichen Tage wieder nach Orsowa zurück­gebracht werden konnten. In Skela Cladowa bestiegen die Reisenden dann die Argo und die Waren wurden auf das Dampfschiff verladen. Bemerkt sei, daß es damals noch keine Schleppe gab und die Güter auf den Dampfschiffen selbst verladen waren. Den Weg von Moldawa nach Orsowa zu Land zurückzulegen, war anfänglich nicht möglich, denn die die Donau begleitende Szechenyi-Straße wurde erst 1840 eröffnet.

Ein im Archiv der Ersten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft in Wien er­liegenderGeneralbericht eines Beamten der Gesellschaft, Nose mit Namen,

4 Der Name Dreißigstamt oder Dreißigste-Amt (magy. harminczados) war im alten Ungarn die Bezeichnung für die Zollbehörde. Sie stammt daher, daß seinerzeit von den Waren der dreißigste Teil in natura als Zollgebühr eingehoben wurde. Der Name blieb auch lange, nachdem sich dieser Satz und die Form der Abgabe geändert, hatte. Die Zöllner hießen auch dann nochDreißiger.