Aufsatz 
Aus der Frühzeit der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft / von Ernst Neweklowsky
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Ernst Neweklowsky

die Nose auf derArgo vorfand, ist bemerkenswert, daß sich die beiden Maschinisten nicht vertrugen. Der dem Trünke ergebene Engländer Lakelin läßt den zweiten Maschinisten, einen brauchbaren Menschen namens Kofler, der schon auf rheini­schen Schiffen gefahren ist, nichts angreifen, gegen den Kapitän ist er voll Wider­rede. In Galatz mußte das Schiff einmal einige Stunden warten, weil sich Lakelin betrunken hatte. Auf derArgo fand Nose eine bessere Verpflegung vor als auf demFranz I..

Nose fuhr dami nach Orsowa und nach Moldawa zurück, wohin derFranz 1. auf seiner folgenden Reise am 12. September kam. Es durfte nicht gleich um­geladen werden, weil der Dreißiger beim Speisen war. Erst nachdem er eine sehr eingehende Revision vorgenommen hatte, durfte mit dem Umladen begonnen werden. Hiedurch ging viel Zeit verloren. Die Reisenden hatten auf ihrer Fahrt nach Orsowa in zwei offenen Ruderschiffen, einer Tunde und einer Schaluppe, unter einem heftigen Koschowo schwer zu leiden und kamen, ohne Verpflegung und von Sturm und Regen fürchterlich mitgenommen, erst am vierten Tag in Orsowa an. Nose meint, die Reisenden dürften solchen Unannehmlichkeiten nicht ausgesetzt werden, sonst käme die Fahrt in Verruf.

Von den Zuständen in Moldawa schreibt er, es sei ein Mangel, daß der Beamte nicht derillyrischen Landessprache mächtig sei. Er müßte auch gut bezahlt werden, schonwegen der Aufopferung jedes Lebensgenusses. Es sei notwendig, ihm einen jungen Mann für die Kontrolle der Kohle beizugeben. Ferner müsse ein Haus für die Beamten gebaut werden, was 500 fl. erfordern würde. Für Moldawa brauche man zwei Steuerleute und 12 bis 16 Knechte, doch werde man noch fremde Leute aufnehmen müssen, wenn man mit der Tunde Reisende befördert. Auf dieser nehmen die gewöhnlich von Wien kommenden Wagen den meisten Platz ein. Für die Tunde sind 6 bis 8 Mann erforderlich, man braucht jetzt 8 bis 10 Mann,aber die Ungarn können zwei Wallachen einarbeiten. Nose regte an, mit der Kupfer­verschleiß-Direktion in Wien zu verhandeln, da jährlich 5000 bis 6000 Zentner Kupfer von Oravitza nach Wien gehen. Die Verlegung der Umladung von Moldawa nach Trenkowa würde es ermöglichen, die Fahrten zwischen Trenkowa und Orsowa

folgendermaßen durchzuführen:

1. Tag:

TrenkowaOrsowa,

2

W. J,

Orsowa,

3. :

Fahrt zurArgo,

4. :

1

5. :

> Rückfahrt nach Trenkowa

6 . :

1

7. :

Einladen in Trenkowa.

Wenn jeden siebenten Tag ein Schiff nach Trenkowa käme, so könnte man das Auslangen finden. In Trenkowa müßte ein kleines Wirtshaus gebaut werden, auch müßte der militärische Posten, der bloß aus 8 Mann besteht, verstärkt werden, da er vielleicht sonst nicht gegen serbische Überfälle genügt. Eine der beiden Revisionen sollte wegfallen. Da die Post Verbindung zwischen Semlin, Moldawa und Orsowa oft wochenlang dauert, sollte ein Befehl des Hofkriegsrates erwirkt werden, daß die Post der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft gleich der Dienstpost befördert werde.