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In memoriam Dr. h. c. Dr. Ing. Franz Fattinger
wirtschaftlich mögliches Herstellungsverfahren auszuarbeiten. Dies gelang ihm in verhältnismäßig kurzer Zeit. Fattinger hatte eine Reihe von Fabrikationsver- fahren eingeführt, vor allem das dann später in Treibach gehandhabte Röhrchen- Gußverfahren. Durch seine Erfindung des Streichfeuerzeuges hat er die Absatzverhältnisse für das Cereisen wesentlich beeinflußt und einen neuen Geschäftszweig für die Treibacher Chemische Werke A.-G. erschlossen. In die ersten Jahre seiner Tätigkeit in Treibach fallen patentrechtliche Arbeiten, besonders war er an der Durchführung der Cereisenpatentprozesse maßgeblich beteiligt.
Neben der Produktion des Cereisens und der Feuerzeuge hat er auch die Produktion der Ferrolegierungen auf genommen sowie die Verwertung von Radium und Mesothorium enthaltenden Präparate und später die Elektrohütte Seebach bei Villach eingerichtet. Zur Sicherung der Strombasis ließ Fattinger die noch offenen Möglichkeiten für Großkraftwerke in Kärnten prüfen und schreitet, unterstützt durch Hofrat Dr. Ing. Franz Wallack, der als Erbauer der Großglockner-Hochalpenstraße bekannt ist, an den Ausbau der Mühldorf er Wasserkraftwerke, deren Präsident er war. Unter seiner Führung schaffen sich die Treibacher Chemische Werke A.-G. wieder eine eigene Fabrik in USA, Beteiligungen in Frankreich und einen Bauxit-Bergbau in Jugoslawien als Rohmaterialbasis für die auf genommene Erzeugung von Elektro-Schmelzzement.
1938 erwirbt Dr. Franz Fattinger das Gut Stübing bei Graz. Dort begründet er die Fattinger Kommanditgesellschaft, die auf dem Gebiete des chemischen Sektors vor allem Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel erzeugt und vertreibt, weiters ein Sägewerk und eine Holzwarenerzeugung besitzt.