Aufsatz 
Enthüllung des Denkmales für die Erbauer der Mariazellerbahn / von Josef Nagler
Entstehung
Seite
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Enthüllung des Denkmales für die Erbauer der Mariazellerbahn

Am 22. Mai 1955 fand in Mariazell die feierliche Enthüllung des Denkmales für die Erbauer der Mariazellerbahn statt. Die Festrede hielt der Direktor des Techni­schen Museums und des Forschungsinstitutes für Technikgeschichte Dr. Josef Nagler, in der er folgendes ausführte:

Hochansehnliche Festgäste!

Wir haben uns heute hier zusammengefunden, um das Andenken zweier Techniker zu feiern und sie der Vergessenheit zu entreißen durch die Enthüllung eines Denk­males. Dieser Feierlichkeit ist die erste Fahrt eines modernsten E-Zuges voraus­gegangen, den die Generaldirektion der Österreichischen Bundesbahnen mit heutigem Tag in den Dienst gestellt hat.

Die Namen der beiden zu ehrenden Techniker sind:

Ing. Josef Fogowitz, jener Landeseisenbahndirektor, der für das Zustande­kommen, für die Veranlagung und den Bau der Niederösterreichisch-steirischen Alpenbahn, der sogenanntenMariazellerbahn, sich die größten Verdienste er­worben hat. Daß es kein kleines Werk war, das dieser Techniker geschaffen hat, geht schon aus der Höhe der Bausumme hervor. Einem Bericht aus der Bauzeit sind interessante Details zu entnehmen. Es heißt dort:Auf Grund dieser Ent­schließungen hat das Niederösterreichische Landeseisenbahnamt die mit Rücksicht auf die ungünstigen Terrainverhältnisse überaus umfangreichen und schwierigen Projektsarbeiten in den Jahren 1902 bis 1904 durchgeführt, so daß schon im Novem­ber 1904 mit dem Bau der ersten 17 km langen Teilstrecke Kirchberg a. d. Pielach bis Laubenbachmühle begonnen werden konnte. Die weiteren Teilstrecken folgten sehr bald und bereits im Jahre 1906 konnte der Güterverkehr aufgenommen werden, der Personenverkehr erst 1907. Die Leistung, die Fogowitz mit diesem Bahnbau vollbracht hatte, war keine alltägliche. Nur 27 km verlaufen von dieser Bahn­strecke in der Geraden, 34 km in Bögen, 53,4 km in Neigungen, bisweilen über 20°/ 00 , 17 Brücken und Viadukte waren zu erbauen. Der Gösingtunnel mit seiner fast 2400 m betragenden Länge gestaltete sich zu einem ganz bemerkenswerten Bauwerk. Fogowitz hat auch im Tunnelbau wertvolle Anregungen gegeben und dadurch große Ersparungen erzielt. Als die Bahn in Betrieb genommen wurde, wurde sie mit Lokomotiven der Lokomotivfabrik Krauss & Co. in Linz betrieben, die eine Stärke