Technikgeschichtliche Bücherschau
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Durch ihre Ausstattung fällt die Festschrift, die die Arland-Papier- und Zellstoff-Fabriken AG. 24 zum Abschluß des großen Investitionsprogramms herausgegeben hat, besonders auf. Ihr Inhalt beginnt mit der AitLANDschen Familiengeschichte und der Vorstellung des Vorstandes, Prof. Wultsch. Im nächsten Abschnitt wird die Gründung und Entwicklung der Papierfabrik in Andritz — seit Ende des 17. Jahrhunderts wird dort Papier hergestellt — sowie der Zellstoff-Fabrik Rechberg geschildert. Dann wird der Dank ausgesprochen allen jenen, die im Zuge des Marshall- Planes ihre Hilfe dem Wiederaufbau der Fabrik angedeihen ließen. Anschließend werden wir mit den führenden Köpfen des Betriebes bekannt gemacht. Nach Aufzählung des Erzeugungsprogramms und einer graphischen Darstellung seiner Entwicklung folgt abschließend eine Übersicht über die erfreulicherweise schon zu einer Selbstverständlichkeit gewordenen sozialen Einrichtungen, die von der Leitung dieses Unternehmens, wie ersichtlich, mit großzügigstem Entgegenkommen gefördert werden.
Eine der bekanntesten pharmazeutischen Fabriken der Welt, E. Merck in Darmstadt, ist hervorgegangen aus dem Laboratorium einer Apotheke, und zwar der Engel-Apotheke am Schloßgraben dieser Stadt. Im Jahre 1827 gab der damalige Inhaber in einer Druckschrift, betitelt ,,Parmaceutisch-chemisches Novitäten- Cabinet“ 25 — das Faksimile der Titelseite des Vorwortes ist der Festschrift beigefügt —, seine Absicht bekannt, gewisse Heilmittel ,,im großen“ darzustellen. Die 1952 erschienene Festschrift beschäftigt sich ausführlich mit der Biographie des Apothekers E. Merck und den Anfängen der Arbeit im Labor, das nach und nach vergrößert wurde, bis schließlich die Erzeugung in eine besser gelegene, eigens dazu erbaute Fabrik verlegt wurde. Im weiteren berichtet die Schrift von zahlreichen Erfolgen der MERCKschen Forschung. Um die Jahrhundertwende wurde die Fabrik wiederum an einer verkehrstechnisch günstigeren Stelle neu errichtet und nahm an Bedeutung und Umfang immer mehr zu. Nach einem vorübergehenden Niedergang infolge des zweiten Weltkrieges ist heute dieser Betrieb mit einer Belegschaft von viereinhalbtausend Mann wieder wie einst zum weltberühmten Großerzeuger gesuchter Arzneimittel geworden, die auf allen Erdteilen, in den meisten Kulturstaaten der Welt, vertreten sind.
Zu den ältesten schweizerischen Pionieren auf dem Gebiete der Elektrotechnik gehört Gustav Adolf Hasler. Das Unternehmen, das heute seinen Namen trägt, und das nach seinem Tod sein damals erst 22 Jahre alter Sohn übernommen hat, gehört zu den bedeutendsten Fabriken der Schweiz. Es ist hervorgegangen aus der 1852 in Bern vom Bau- und Postdepartement gegründeten Telegraphenwerkstätte. Die Festschrift enthält einleitend die Geschichte der Stadt Bern im betrachteten Zeitraum und darauf die Entwicklung der Hauptfabrikationszweige, der Drahttelegraphie, der Drahttelephonie und der Hochfrequenz bei der jubilierenden Firma.
24 Arland-Papier- und Zellstoff-Fabriken AG. (Festschrift zum Abschluß des großen Investitionsprogramms 1950—1952.) Im Eigenverlag der Arland-Papier- und Zellstoff - Fabriken AG., Graz-Andritz 1952.
25 CarlLöw: E. Merck, Darmstadt, 1827—1952. Darmstadt 1952.