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1955: Siebzehntes Heft
Entstehung
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Technikgeschi chtliche Bücherschau

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bereits einen guten Ruf hatte. Ungefähr zur gleichen Zeit wurde in Dortmund die Dortmunder Bergbau- und Hütten-A. G. gegründet. Die Unternehmen, die sich aus diesen beiden Werken im Laufe der Zeit entwickelten, wurden am 1. September 1951 zur Dortmund-Hörder Hüttenunion AG. 29 vereinigt, nachdem sie bereits im Jahre 1926 unter eine gemeinsame Leitung gekommen, nach Kriegsende aber wieder entflochten worden waren. Anläßlich des 100jährigen Bestandes wurde eine Fest­schrift herausgegeben, die die Probleme der Geschichte des Werkes insbesondere von der wirtschaftlichen Seite her aufzeigt und dabei ahnen läßt, wie sehr das Schicksal des Werkes, das letzten Endes jeden einzelnen Arbeiter angeht, vielfach unbarmherzig von einzelnen großen Köpfen, aber auch von finanzkräftigen Gruppen und Machthabern bestimmt wird. Ein beträchtlicher Teil des Buches ist auch den erfreulichen sozialen Einrichtungen dieses Unternehmens gewidmet. Ein'Sonderlob gebührt der graphisch-künstlerischen Gestaltung.

Der zweite Jubilar aus der Hüttenindustrie ist Dahlbusch 30 . Die Festschrift ist dem Zweck gewidmet, ,,in erster Linie allen denen, die heute durch ihre Arbeit das Werk tragen, das Wachsen und Werden der Gesellschaft nahezubringen. Darüber hinaus aber wird diese Schrift sicherlich von jedem, der sie zur Hand nimmt, mit Interesse verfolgt werden, denn ihr Inhalt ist sehr glücklich ausgewählt und interes­sant gestaltet. Er beginnt mit der Geschichte des Dahlbusches, in dem die Bauern zu Beginn des 19. Jahrhunderts Holz fällten, und mit der Schilderung der Schwierig­keiten, die die Überwindung der über der Kohle befindlichen Mergelschicht bereitete und an denen die ersten Unternehmer scheiterten. Die erste Gesellschaft, die ge­gründet wurde, war nicht erfolgreich. Erst die zweite Gründung vom 10. März 1852 hat sich durchgesetzt. Und nun beginnt der gigantische Kampf um die Hebung der Kohle. 1860 konnte die erste Kohle gefördert und schließlich 1863 der erste Gewinn in der Höhe von 659 (!) Mark erzielt werden. Dem Gewinn folgten die ersten sozialen Leistungen, die für den gefahrvollen Bergmannsberuf ja von besonderer Bedeutung sind. Und dann verfolgen wir das Auf und Ab der Ruhrzeche, das auch von ent­scheidendem Einfluß auf die ganze Umgebung war, schließlich die Lösung geradezu übermenschlich erscheinender Aufgaben beim Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg. Heute ist Dahlbusch eine Zeche, in der mehrere Familien bereits durch Generationen hindurch Brot und Arbeit finden und bei der an 2400 Mitarbeiter schon über 25 Jahre lang dienen, was wohl die beste Anerkennung für die Betriebs­führung darstellt.

In einer geschmackvollen und reichlich bebilderten Schrift zeigt die Maschinen­fabrik und Eisengießerei Mengele 31 ihr 80jähriges Bestehen an. Nachdem wir die Geschichte und Entwicklung des Werkes kennen gelernt haben, werden wir durch die Arbeitsstätten dieser Fabrik geführt. Besonders hervorzuheben ist w r ohl das Glanzstück dieses Werkes, das sich bislang hauptsächlich mit landwirtschaftlichen Maschinen befaßte, eine 700 Tonnen-Abkantpresse mit 12,4 m Abkantlänge, ein

29 100 Jahre Dortmund-Hörder Hüttenunion AG., 18521952. Druck: Rhein­ländische Druckerei Josef März KG., Essen 1952.

30 Dahlbusch (Die Geschichte einer Ruhrzeche). Manuskript und Gestaltung: Carbona Informationsdienst, Düsseldorf 1952.

31 80 Jahre Mengele. 18721952. Selbstverlag, Günzburg a. d. Donau 1952.