Der zweite Beitrag thematisiert die Wechselbeziehung zwischen Menschen und Robotern. Nach einem kurzen Überblick über die Entwicklung sowie den aktuellen Forschungsstand der Mensch-Roboter-Interaktion gibt die Autorin, Astrid Weiss, Einblicke in verschiedene Forschungsprojekte. Es besteht ein wesentlicher Unterschied nicht nur zwischen Robotern, die etwa in Verarbeitungslinien in Fabriken fix verbaut sind, und frei beweglichen Assistenzrobotern, sondern auch bei den Menschen, die mit ihnen arbeiten. Die Gegebenheiten müssen demnach nicht nur den jeweiligen Robotern angepasst werden, sondern auch den menschlichen Akteurjnnen, zumal auch die Zusammenarbeit zwischen Forschenden und Beforschten von großer Bedeutung ist.
Wie die Zukunft des digitalen Spiels aussehen könnte, dieser Frage geht Simone Kriglstein nach. Zunächst stellt sie verschiedene Methoden der Spielanalyse vor; diese reichen von der Befragung der Spielerjnnen mittels Fragebögen bis hin zu Körpermessungen. Statt realer Akteurjnnen kann aber auch künstliche Intelligenz eingesetzt werden. Die Ergebnisse dieser Analysen unterstützen die weitere Forschung, jedoch ist die richtige Interpretation ausschlaggebend. Bei zahlreichen Spielen wird die analoge mit der digitalen Welt verwoben, wie etwa durch den Einsatz von Wearables oder mittels GPS- oder Kompassdaten. Neben dem eigentlichen Spaß beim Spielen soll auch ein bestimmter Mehrwert erreicht werden, zum Beispiel ein verbessertes Körpergefühl oder Einblicke in die Funktionen des eigenen Körpers.
Christian Stadelmann beleuchtet eine maschinelle Schöpfung der besonderen Art: die „Sexroboter“. Schon früh war das Bedürfnis entstanden, ein möglichst naturgetreues Abbild des Menschen nach den persönlichen Wünschen herzustellen, wobei die technische Machbarkeit der Phantasie nach wie vor hinterherhinkt. Die mediale Berichterstattung der letzten Jahre schürt Erwartungen und verspricht die Erfüllung der verschiedensten Wünsche; tatsächlich beschränken sich die Funktionen von „Sexrobotern“ jedoch nur auf wenige bestimmte Details. Während die universitäre Forschung zu Pflege- oder Arbeitsrobotern jederzeit überprüfbar ist, bleibt die Technik, die in „Sexrobotern“ steckt, weitgehend im Dunklen.
In der Museumsrubrik berichtet Sophie Gerber vom Workshop „Outer Edge. Queer(y)ing STEM Collections“. Dieser war der letzte, der noch knapp vor der Schließung im März 2020 vor Ort im Technischen Museum Wien stattfinden konnte. Es wurden internationale Praxisbeispiele präsentiert und mit
10