Aufsatz 
Überflüssigwerden, reparieren und ermächtigen. Facetten eines anthropozentrischen Diskurses um die technische Ersetzung der Menschen / Martina Heßler
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Martina Heßler

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Abb. 1 Cover des Magazins Spiegel, © DER SPIEGEL 14/1964

DER SPIEGEti

A AUTOMATION .

IN DEUTSCHLAND

Sprengkraft des Themas. 3 Symptomatisch ist auch, dass viele öffentliche Vor­träge, die in jüngster Zeit zur Zukunft der Arbeit gehalten wurden, verschiedene Cover des Magazins Spiegel zeigten, auf denen Menschen von Robotern weg­gekickt oder von ihnen im Würgegriff gehalten werden (Abb. 1).

Dies macht bereits deutlich, dass der Begriff der Ersetzung im Kontext von Tech­nisierungsprozessen ein anthropozentrischer ist, insofern dieser Begriff stets warnend um die Ersetzungdes Menschen kreist und damit nicht nur die ma­terielle Bedrohung des Verlustes des Arbeitsplatzes thematisiert, sondern auch die Infragestellung der überlegenen und besonderen Position der Menschen. Diese negative, anthropozentrische Konnotation des Begriffs der Ersetzung zu diskutieren und zu differenzieren, ist eines der zentralen Anliegen der folgenden Ausführungen. Gezeigt werden soll erstens, wie sehr die Rede von der Erset­zung mit anthropozentrischen Vorstellungen einhergeht. Diskurse drehen sich

3 Carl Benedict Frey, Michael Osborne: The Future of Employment: How susceptible are Jobs to Computerisation? Oxford 2013, https://www.oxfordmartin.ox.ac.uk/downloads/academic/ The_Future_of_Employment.pdf (25.9.2020)

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