Christian Stadelmann
den Geschlechtern bemühen möchte, dann sollte man sich, soweit es die Pornoindustrie betrifft, wahrscheinlich weniger mit phantasiegeborenen Objektiva- tionen auseinandersetzen, als vielmehr mit diversen virtuellen Entwicklungen. In einer Sphäre expliziter Software, Deep-Fake-Videos, VR-Anwendungen und 3D-Studios, in denen man sexuelle Abenteuer welcher Art auch immer nachspielen kann, dürfte technischer Fortschritt leichter zu erzielen sein, und es muss kein enormer Aufwand mit einem komplizierten menschennahen Gerät betrieben werden. Die Analyse eines Frauenbildes, das sexuell von einer Pornographie getragen ist, die alle Spielarten bereit und zur Verfügung hält, ist gegenwärtiger und hinsichtlich möglicher Schlussfolgerungen auf zukünftige Geschlechterbeziehungen wohl ergiebiger als die Auseinandersetzung mit technikbegeistert imaginierten Robotergestalten, die phantasiegeboren und mediengemacht sind, in der Realität aber nur bedingt zu erregen vermögen.
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