Ware Zukunft
entziehen oder aber sich davon erholen wollten, hatte der Luxustourismus viel zu bieten, um sich die Zeit etwas zu vertreiben. Auf einer Fahrt mit einem Dampfschiff über einen der wunderbar gelegenen Seen ließ sich das Alpenpanorama bestaunen, in den Billardcafes konnten sich die Spieler, wenn schon nicht wie bei einer Bergtour schwitzend, agonal messen und in den Salons der edlen Hotels wurde musiziert und gelesen (Abb. 1). Das Zerstreuung suchende Publikum fand in den eigens produzierten touristischen Periodika dieser Zeit die Themen wieder, denen sie auf ihren Reisen und Ausflügen ständig begegneten: Kritik an Geschäftsgebarungen von Eisenbahnunternehmen, Eröffnung neuer Bäder, neue Alpensportarten - kurz eine ungeheure Beschleunigung des Alpenraumes mit massivem Einsatz von Technik.
LÜfPI
Abb. 1 Schweizerhofquai in Luzern, zwischen 1881 und 1900 Quelle: Rijksmuseum Amsterdam, RP-F-00-5365-47 (CCO, Public Domain)
In einem dieser Blätter, der Schweizer Hotel-Revue, konnte man 1906 vom „Schnellzug der Zukunft“ 6 erfahren. Die Schweizer Hotel-Revue erschien erstmalig 1892 mit dem selbstgesteckten Ziel, mit dem „stets reger werdenden
6 Jules [eigentl. Michel] Verne: Der Schnellzug der Zukunft, in: Schweizer Hotel-Revue, 21.4.1906, S. 2.
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