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Abb. 4 Rammells vielbeachteter Prototyp einer pneumatischen Untergrundbahn Quelle: The Illustrated London News, 10.9.1864, S. 276
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1864 sorgte eine pneumatische Bahn für Aufsehen. In Sydenham, heute ein Teil Londons, nahe des Crystal Palace präsentierte Thomas Webster Rammelt (1814-1879) eine 550 Meter lange Versuchsanlage. Besucher konnten sich in einem modifizierten Eisenbahnwaggon durch den eigens errichteten Tunnel von annähernd drei Metern Durchmesser transportieren lassen (Abb. 4). 40 Der Ort der Präsentation der neuen pneumatischen Bahn war nicht zufällig gewählt. Crystal Palace war das Ausstellungsgelände, auf das sich die internationale Aufmerksamkeit des (Fach-)Publikums richtete. Der Luftdruck, der für die Beschleunigung von Rammells Waggon auf 40 Kilometer pro Stunde notwendig war, nahm sich verhältnismäßig gering aus. Der Grund hierfür war, dass die Querschnittsfläche der Waggons, die sich an den Durchmesser des Tunnels anschmiegten, mehr Kraft aufnehmen konnte als die der Pistons der atmosphärischen Eisenbahn. Bewegte Luft, die zwar in großen Mengen benötigt wurde, dafür keinen hohen Druck aufweisen musste, war technisch effizienter herzustellen als stark komprimierte Luft, die bei atmosphärischen Eisenbahnen notwendig war. 41
40 Anonym: Air Traction, in: The Living Age 77, 1863, S. 89-91; The Illustrated London News, 10.9.1864, S. 275; Alfred Ely Beach: The Pneumatic Dispatch with Illustrations [...]. New York 1868, S. 22 f.; Arnold, siehe Anmerkung 22, S. 44-53.
41 Sternberg, siehe Anmerkung 22, S. 669f.
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