Aufsatz 
Hundert Jahre Zukunft? Neue Technologien in Österreich seit 1918 - Aspekte und Diskurse / Hubert Weitensfelder
Entstehung
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Hundert Jahre Zukunft?

(Niederösterreich) 1970 eineGemeinschaftskraftwerk Tullnerfeld Ges.m.b.H. ins Leben gerufen. Insgesamt wurde der Bau von drei Atomkraftwerken ange­dacht. Grundlage für den Einstieg der Elektrizitätswirtschaft in dieses Feld war eine erwartete starke Zunahme des Stromverbrauchs.

Seit 1973 erhielten die Befürworterinnen der Atomkraft einigen Auftrieb durch den ersten Ölpreisschock und den Bericht desClub of Rome über die abseh­bare Erschöpfung natürlicher Ressourcen. Dagegen formierte sich aber 1976 eineInitiative österreichischer Atomkraftwerksgegner. Am 5. November 1978 sprachen sich die Teilnehmerinnen einer landesweiten Volksabstimmung mit knapper Mehrheit gegen den Bau von Zwentendorf aus. Kurz darauf beschloss das Parlament einAtomsperrgesetz, das die Nutzung der Kernspaltung für die Energieversorgung untersagte. Im Jahr darauf ereignete sich im US-Atom- kraftwerk Three Mile Island in Harrisburg ein Unfall, 1979/80 folgte ein zweiter Ölpreisschock. Beides heizte die Diskussion erneut an. Mit der Katastrophe von Tschernobyl 1986 sahen sich die Atomkraftgegnerinnen endgültig bestätigt. 19

Computer und Kybernetik

Die Entwicklung von Computern baute auf der gedanklichen Leistung mehrerer Generationen von Mathematikern und Philosophen auf. Am Anfang stand im 17. Jahrhundert Gottfried Wilhelm Leibniz mit seiner binären Arithmetik. Später wurde die Mathematik formalisiert und als Zeichensystem für die maschinelle Verarbeitung nutzbar gemacht. Der englische Mathematiker Alan Turing konsta­tierte im Jahr 1937, dass jedes Handeln, das auf einer klaren Vorschrift basiert, von einer Maschine realisiert werden kann. Dem deutschen Bauingenieur Kon­rad Zuse gelang es als Erstem, das Rechnen und logische Schließen maschinell zu simulieren.

Der erste vollelektronische Computer, der ENIAC (Electronic Numerical Integ­rator and Computer), nahm 1945 in den USA seine Tätigkeit auf. Die Maschine vermochte 5000 Additionen in der Sekunde vorzunehmen. Ihre 18.000 Elekt­ronenröhren waren aber wahre Stromfresser, gaben viel Hitze ab und hielten

19 Helmut Lackner: Von Seibersdorf bis Zwentendorf. Diefriedliche Nutzung der Atomenergie als Leitbild der Energiepolitik in Österreich, in: Blätter für Technikgeschichte 62 (2000), S. 201-226. Vgl. jetzt dazu Christian Forstner: VonAtoms for Peace zumReaktorzentrum Seibersdorf: Im­plementierung transnationaler Wissensströme, in: Reiter, Mikoletzky, Matis, siehe Anmerkung 3, S. 263-302; Elisabeth Röhrlich: Die Gründung derInternational Atomic Energy Agency (IAEA) in Wien: Österreich, die atomare Herausforderung und der Kalte Krieg, in: Reiter, Mikoletzky, Matis, siehe Anmerkung 3, S. 337-366.

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