Aufsatz 
Hundert Jahre Zukunft? Neue Technologien in Österreich seit 1918 - Aspekte und Diskurse / Hubert Weitensfelder
Entstehung
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Hubert Weitensfelder

mistischen Zukunftsvision des Alltags aus dem US-MagazinTime ein und kommentierte:

So also wird das sein: Schreiben, Rechnen und Lesen, Kaffeekochen und Autostarten, Denken und Fühlen, Hassen und Lieben wird der Com­puter uns abnehmen. Wird es so sein? Für den Augenblick nur soviel: Es gibt tatsächlich Wissenschaftler und nicht nur Dichter, die solches Voraussagen - auch, was das Hassen und Liebe betrifft. Andere wider­sprechen dem mit Leidenschaft. [...]

Wissen Sie noch, was ein Rechenschieber ist? In der Oberstufe des Gymnasiums diente er etlichen Nachkriegs-Studentengenerationen als wertvolle Rechenhilfe. Heute besorgt das gleiche und viel mehr ein Ta­schenrechner, den man bereits um den Preis einer Theaterkarte kaufen kann. Und jeder kann damit Prozentrechnen, Sinus und Cosinus ermit­teln, vom Addieren und Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren ganz zu schweigen. Der Computer machts möglich. 32

Roboter und Fertigungstechnik

Die rasche Entwicklung der Mikroprozessoren bildete die Basis dafür, dass die Fertigungstechnik in den 1980er-Jahren starke Umbrüche erlebte. In der Folge etablierten sich neue Formen computergestützter Konstruktion und Fertigung (CAD/CAM, Computer Administrated Design and Manufacturing). Flexible Ma­schinen sollten nun neue Stufen der Produktfertigung emöglichen. Damit ver­banden sich Vorstellungen von der Entstehung voll automatisierter, menschen­leerer Fabriken.

Dieser Wandel wurde am Institut für Fertigungstechnik der TU Wien aktiv mit­gestaltet. 1982 übernahm Helmar Weseslindtner (1940-2008) dessen Lei­tung. Zwei Jahre später entstand hier ein Versuchslabor für Industrieroboter. Die Wissenschafterlnnen arbeiteten mit großen Unternehmen wie Kapsch, Schrack, Siemens und Philips zusammen. 33

1982 verfassten Weseslindtner und zwei weitere Autoren aus Wien und Graz erstmals eine Studie über Industrieroboter in Österreich. Auftraggeber war das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung. Dabei berücksichtigten die Autoren auch die internationale Entwicklung. Sie sagten für die Zukunft eine

32 Hubert Feichtlbauer: Der Computer macht's möglich. Ein Sachbuch für jedermann. Graz, Wien, Köln 1978, S. 9-11, das Zitat: S. 11.

33 Bleicher, Kittl, siehe Anmerkung 31, S. 35-38.

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