Zukunftsorientiertes und innovatives Bauen
Mittelwerte der Temperaturen an den Fassaden Messungen 25.07. bis 31.8.2016 um 16 Uhr an sonnigen und bewölkten Tage
I I I 4 * 4 7 • t I# II tl I» 14 I» I»
MtoMMMPWnfct«
term« 3M «U «U 4X1 »7 4M 4M « 4V« HU 1X7 44.1
9 m* t *s iV )M >W W IM 9M »4 Itl »4 W4 4M 4M
1 2 I « ft« 7 t ft 10 1t 17 t» M SS tt
Abb. 8 Fassadenoberflächentemperatur von 1 6 unterschiedlichen Fassadenbereichen zur gleichen Zeit, © TU Wien
Auch die massiven Stahlbetonkonstruktionen um die Baikone bzw. Loggien (Abb. 7) herum wirken wie große Wärmespeicher. Die Sommer-Nachttemperaturen reichen meistens nicht aus, damit diese Konstruktion auskühlt. Somit strahlt diese schon am frühen Morgen merkbar Wärme ab.
Die Farbgebung der Bauteile spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Je dunkler die Fassade ist, desto mehr Strahlungswärme wird absorbiert. Dieses Phänomen wird zusätzlich von den dunklen Gehsteigen und Straßenbelägen verstärkt. Dunkle, gedämmte Fassaden werden schnell heiß. Die von ihnen ausgehende Strahlungswärme im Sockelbereich ist für Fußgänger stark spürbar. Sie kühlen über Nacht jedoch schnell wieder ab und leiten fast keine Wärme ins Innere. Ungedämmte Fassaden erwärmen sich nicht so schnell (dunkle schneller als helle), da die Wärme ins Bauteilinnere transportiert wird, speichern die Wärme und geben sie langsamer ab als gedämmte. Helle, gedämmte Fassaden erhitzen sich nicht so stark und geben die Wärme über Nacht wieder vollständig ab. Abbildung 8 zeigt, wie groß die Unterschiede der Fassaden-Oberflächen- temperatur bei unterschiedlich gefärbten Fassaden sind, besonders an einem sonnigen Tag. Es werden 16 verschiedene Fassadenbereiche unterschiedlicher Farben und Aufbauten dargestellt.
Grundsätzlich müssen sämtliche Fragen der Ausrichtung von Gebäuden sowie der städtebaulichen Struktur für konkrete Situationen betrachtet und berechnet werden, da lokale Faktoren wie Windrichtungen, Hanglagen und Topographie zu berücksichtigen sind. Bei unvermeidbarer Sonnenexposition ist es wichtig,
143