Aufsatz 
Vergangenheit als Zukunft : Aspekte der Zukunft im Denkmalschutz. Grundlagen und Maßnahmen für den Erhalt von Baudenkmalen / Johannes Sima
Entstehung
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Vergangenheit als Zukunft

drei Kategorien ermöglichen es, die Eingriffe für jeden Bauteil im Ampelsystem zu bewerten. Ein Energieausweis, wie bei Neu- und Bestandsbauten vorge­schrieben, kann in der Regel eine denkmalgerechte Lösung nicht abbilden, weil die zur Berechnung herangezogenen Werte fiktiv sind. Die Planenden können so für die große Anzahl der Sanierungsmaßnahmen ein auf das Baudenkmal so­wie auf seine Struktur und Nutzung individuell zugeschnittenes Paket schnüren. Dabei zeigt die Richtlinie viel mehrgrüne alsrote Möglichkeiten auf. Auf 55 Seiten finden sich ein Überblicksteil mit Grundregeln und einer Maßnahmen­übersicht, gefolgt von den Maßnahmen im Detail, bezogen auf die Bauwerkshül­le bzw. die Gebäudetechnik. Der dritte Teil liefert weiterführende rechtliche und technische Informationen zum Bewilligungsverfahren, über Nachweisverfahren, ein Glossar und Quellenangaben. 16

Für die energetische Sanierung von Baudenkmalen wurden die folgenden Grundregeln festgelegt:

1 Die Erhaltung des Originals: Wichtigste Zielsetzung von Denkmalschutz und Denkmalpflege ist die möglichst unveränderte Erhaltung der historisch überlieferten Substanz und Erscheinung.

2 Die Analyse: Viele Baudenkmale weisen eine über die Zeit gewachsene, äußerst heterogene Substanz auf. Der Planung muss eine möglichst vollständige Kenntnis des Bestandes in bautechnischer und bauphysika­lischer Hinsicht vorausgehen.

3 Das Gesamtprojekt: Projekte sollen möglichst ganzheitlich geplant werden, Einzelmaßnahmen sind nicht sinnvoll. Ziel ist die Optimierung des Gesamt­energiehaushalts eines Objekts.

4 Das Nutzerverhalten: Nicht der normierte Energieausweis soll die Zielvor­gabe sein, sondern die Nutzung und das Nutzerverhalten geben die Methoden der Verbesserung vor.

5 Das individuelle Baudenkmal: Es sind Einzellösungen anstelle von Standardrezepten mit verstärkter Kommunikation zwischen Baufachleuten, Bauherrschaft und Denkmalpflege anzustreben.

6 Die Instandsetzung: Als Erstes sind eventuelle Reparaturen auszuführen, um ursprüngliche Funktionskonzepte zu reaktivieren.

7 Die Materialkonformität: Bei notwendigen Ergänzungen sollten diese in der Materialität des überlieferten Bestands bleiben.

16 Ebd., S. 7.

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