Johannes Sima
8 Die Fehlertoleranz: Bei neuen Materialien sind fehlertolerante, reparaturfähige bzw. reversible Konstruktionen einzusetzen.
9 Die Risikofreiheit: Eine langjährige Schadensfreiheit ist zu gewährleisten. Für alle Maßnahmen gilt: Besser weniger und sicher als viel und riskant.
10 Der Weitblick: Maßnahmen am Denkmal führen Optimierungen fort, die oft über Jahrhunderte angewendet wurden. Daher ist ein Weitblick über Haftungs- oder Amortisationszeiten hinaus gefragt.
Die im zweiten Teil der Richtlinie aufgelisteten Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz zeigen einen groben Überblick über mögliche Interventionen. Genaueres, Umfassenderes und Detaillierteres folgt im dritten Teil. Die Übersicht ist dreigeteilt, in bewertete Gruppen zusammengefasst, von „denkmalverträglich“ bis „nicht denkmalverträglich“. 17 Einige Beispiele:
GRÜN: Denkmalverträgliche Maßnahmen. Dies bedeutet einen geringen Eingriff in die Denkmalsubstanz, dadurch ergibt sich eine einfache Bewilligungsfähigkeit. Maßnahmen sind etwa Instandsetzungen von Wand, Dach und eingestellte Dämmung im Dachraum, Dämmungen der obersten Geschoßdecke, über Gewölben, Fußböden von unterkellerten Räumen, die Mauertemperierung, die Optimierung bestehender Heizanlagen und -kör- per, Gebäudeautomation, etc.
GELB: Bedingt denkmalverträgliche Maßnahmen. Sie umfassen einen gewissen nachteiligen Eingriff in Substanz und Erscheinung. Das bedingt erhöhten Planungsaufwand und eingeschränkte Bewilligungsfähigkeit, bzw. wird die Bewilligung mit Auflagen erteilt.
ROT: Diese Maßnahmen bedeuten einen gravierenden nachteiligen Eingriff in Substanz und Erscheinung des Baudenkmals, weshalb eine Bewilligung nicht erteilt werden kann.
Der dritte Teil der Richtlinie definiert die Kategorie der Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz, bezogen auf die detailliert erfassten einzelnen Bauteile des Denkmals.
Der Großteil der Baudenkmale besteht aus traditionellen Konstruktionen, was, da die Objekte auch nach Jahrhunderten noch in Benützung sind, für die hohe Qualität und großes Fachwissen der Erbauer steht. Im Energiehaushalt bilanzieren sie gegenüber den Neubauten insofern positiv, als die Primärenergie, die für die Errichtung von Gebäuden vonnöten ist, bereits seit Langem erbracht
17 Ebd.,S. 9.
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