Johannes Sima
konzipiert wurden, kommt den im Text eingebauten weiterführenden Erläuterungen große Bedeutung zu. Kommentare und Warnhinweise verknüpfen die einzelnen Kapitel untereinander.
Die Aufzählung der zahlreichen unterschiedlichen Maßnahmen bei den Veränderungen bildet die gesamte Bandbreite der Baudenkmalpflege ab. Hier werden die Methoden aufgezeigt, die denkmalfachlich vertretbar bzw. nicht vertretbar sind.
Rechtlich gesehen sind die „Standards der Baudenkmalpflege“ nur eine Richtlinie und können deshalb die Ergebnisse des vorgeschriebenen Ermittlungsverfahrens nicht vorwegnehmen. Sie zeigen aber auf, in welcher Form und in welchem Rahmen die Parameter beim Abwägungsprozess zum Tragen kommen. Dort, wo zwischen der schon eingangs erwähnten „unveränderten Erhaltung eines Denkmals“ und der „möglichen Veränderung eines Denkmals“ der weitgehend verlustfreie Denkmalbestand für die Zukunft zu sichern ist . 21 Wegweiser geben die inhaltliche Richtung der praktischen Denkmalpflege vor, Leitplanken die Grenzen innerhalb derer sich eine denkmalgerechte Erhaltung bewegen kann.
Die Erhaltung der Denkmale in der Gegenwart ist deren Zukunft
Einzig der sorgsame Umgang mit den Relikten der Vergangenheit ermöglicht den Weiterbestand in der Zukunft. Die meisten Baudenkmale stehen bereits seit Jahrhunderten und die Erfahrung zeigt, dass diese, bei richtiger Behandlung, noch lange Jahre weiterbestehen können. Ein Grund für das Erreichen eines hohen Alters liegt sicher in der kontinuierlichen und richtigen Wartung der Objekte. In den „Standards der Baudenkmalpflege“ sind die äußerst umfangreichen Sachgebiete zur denkmalgerechten Behandlung der Baudenkmale zusammengefasst. Für die Entscheidung, wann und wie die Erhaltungsmaßnahmen angewendet werden müssen, bedarf es einer fachlich fundierten Themenführerschaft des Bundesdenkmalamts in Österreich. Dabei ist vor der durch politische Stellen beabsichtigten Umwandlung der Fachinstitutionen zu reinen „Servicestellen“ zu warnen. Erfahrungsgemäß steht bei dem Großteil der beabsichtigten Bauprojekte das Baudenkmal einer zeitgemäßen Neunutzung mit komplexen Vorgaben im Weg. Das übt einen hohen Veränderungsdruck auf die Denkmalsubstanz aus. Ein Investor, der auf eine rein wirtschaftliche, gewinn-
21 Ebd, S. 6-13.
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