Aufhaltsamer Aufstieg
auszahlte, wenn es auch keine unabdingbare Voraussetzung für eine Anstellung war und fachliche Qualifikationen nicht ersetzen konnte, und dass Frauen diese Möglichkeit ebenso genutzt haben wie ihre männlichen Kollegen. Andererseits darf der Preis nicht unterschlagen werden, zu dem dieser unbestreitbare Terraingewinn erreicht wurde. Das betrifft vor allem den Verlust vieler hoffnungsvoller Wissenschaftlerinnen und Technikerinnen durch Ausgrenzung und Vertreibung.
Fazit
Versucht man die hier nur sehr skizzenhaft geschilderte Entwicklung zusammenfassend zu charakterisieren, dann erscheint die eingangs angesprochene verbreitete Annahme, dass Frauen grundsätzlich und „von Natur aus“ mit „Technik“ nicht kompatibel seien, nicht nur faktisch, sondern auch historisch auf schwachen Beinen zu stehen. In der Diskussion um den Zugang von Frauen zur technischen Bildung spielte sie keine prominente Rolle. Vielmehr ging es dabei vorrangig um die Aushandlung des Zugangs zu gesellschaftlichen und auch wirtschaftlichen Führungspositionen für Ingenieure, wobei die Frauen den standespolitischen Interessen der Ingenieursprofession gewissenmaßen in die Quere kamen. Daher ergab sich nach Erreichung der Zulassung kein wirklich ermutigendes Klima für angehende Technikerinnen, und auch keine dauerhafte Änderung der Geschlechterstereotype. Dennoch gab es immer wieder Phasen stärkerer Restriktionen im Wechsel mit einer größeren Öffnung (hier haben sowohl der Erste als auch der Zweite Weltkrieg eine wesentliche Rolle gespielt). Frauen haben dabei die für sie günstigen Zeitfenster aktiv genutzt und sich von den Einschränkungen nicht einschüchtern lassen, und so die Grenzen allmählich erweitern können.
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