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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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14 3 Bestimmte Kombinationen der Zeichen I und V stehen für bestimmte Phrasen. Einsatz kommt und im Jahr darauf für die öffentliche Nutzung freigege­ben wird. Auch hier werden mithilfe einer Gebertaste über eine Draht­leitung Stromimpulse an die Empfängerstation gesandt. Nach links und rechts schwenkbar, erlaubt die Taste jedoch ein Vertauschen der Batte­riepole und dadurch Impulse unterschiedlicher Polung abzusetzen. Die Empfangsstation verfügt über eine Magnetnadel, die durch die einlan­genden Stromimpulse, je nach Polung, in die eine oder andere Richtung ausschlägt. Der Richtungsausschlag nach links wirdI, derjenige nach rechtsV genannt. Jeder Buchstabe und jede Ziffer werden in Form einer vorweg festgelegten, bis zu vierstelligen Kombination aus den Zei­chenI undV über den Draht geschickt. Nach jedem Wort folgt eine kurze Pause, in der der Empfänger ein verabredetes Zeichen sendet, um dem Sender mitzuteilen, ob er das Wort verstanden hat oder ob es wiederholt werden soll. 3 Auch im vormärzlichen Österreich sind erste telegrafische Versuche in Gang. Im April 1845 wird eine elektrische Telegrafenstrecke zwischen dem Wiener Nordbahnhof und der Station Floridsdorf eingerichtet. Die Initiative geht von Andreas Baumgartner aus, einem vormaligen Physikpro­fessor der Universität Wien, der jetzt als Direktor der Kaiser Ferdinands­Nordbahn wirkt. Die Versuche verlaufen erfolgreich, was Vertreter des Metternichschen Polizeistaates auf den Plan ruft. Man rät Kaiser Ferdi­nand, die Telegrafenlinie unter Regierungskontrolle zu stellen. Unkont­rolliert könne sie zur unerlaubten Übermittlung von Börsenkursen, Lotto­ziehungen und sonstigen Spekulationen missbraucht werden. Gleichzei-