14 3 Bestimmte Kombinationen der Zeichen I und V stehen für bestimmte Phrasen. Einsatz kommt und im Jahr darauf für die öffentliche Nutzung freigegeben wird. Auch hier werden mithilfe einer Gebertaste über eine Drahtleitung Stromimpulse an die Empfängerstation gesandt. Nach links und rechts schwenkbar, erlaubt die Taste jedoch ein Vertauschen der Batteriepole und dadurch Impulse unterschiedlicher Polung abzusetzen. Die Empfangsstation verfügt über eine Magnetnadel, die durch die einlangenden Stromimpulse, je nach Polung, in die eine oder andere Richtung ausschlägt. Der Richtungsausschlag nach links wird„I“, derjenige nach rechts„V“ genannt. Jeder Buchstabe und jede Ziffer werden in Form einer vorweg festgelegten, bis zu vierstelligen Kombination aus den Zeichen„I“ und„V“ über den Draht geschickt. Nach jedem Wort folgt eine kurze Pause, in der der Empfänger ein verabredetes Zeichen sendet, um dem Sender mitzuteilen, ob er das Wort verstanden hat oder ob es wiederholt werden soll. 3 Auch im vormärzlichen Österreich sind erste telegrafische Versuche in Gang. Im April 1845 wird eine elektrische Telegrafenstrecke zwischen dem Wiener Nordbahnhof und der Station Floridsdorf eingerichtet. Die Initiative geht von Andreas Baumgartner aus, einem vormaligen Physikprofessor der Universität Wien, der jetzt als Direktor der Kaiser FerdinandsNordbahn wirkt. Die Versuche verlaufen erfolgreich, was Vertreter des Metternichschen Polizeistaates auf den Plan ruft. Man rät Kaiser Ferdinand, die Telegrafenlinie unter Regierungskontrolle zu stellen. Unkontrolliert könne sie zur unerlaubten Übermittlung von Börsenkursen, Lottoziehungen und sonstigen Spekulationen missbraucht werden. Gleichzei-
Dokument
Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in
Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
Seite
15
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten