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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
Entstehung
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16 4 In der von Ekling konzipierten Ausführung des Bainschen Nadel­telegrafen werden die eingehenden Zeichen hörbar. Im Mai 1847 beginnen Bauarbeiten an einer Verlängerung der Brünner Linie nach Olmütz und weiter nach Prag. Geleitet werden sie von dem aus Prag stammenden Julius Wilhelm Gintl, einst Assistent von Baum­gartner an der Wiener Universität, danach selbst Physikprofessor an der Universität Graz und von dort alsTelegraphenbauinspektor nach Wien berufen. Nach Fertigstellung der Linie reist Gintl persönlich mit dem Zug nach Prag, um die Telegrafenapparate zu überbringen. Dabei ereignet sich ein schwerer Unfall. Sein Zug kollidiert bei starkem Nebel mit einem anderen; es gibt Tote und Verletzte. Selbst verletzt und nur notdürftig verbunden, organisiert Gintl einen Leiterwagen und bringt die Apparate nach Prag, wo er sie im Bahnhofsgebäude in Betrieb nimmt und eigen­händig eine telegrafische Nachricht über das Zugunglück nach Wien übermittelt. 9