19 5 Isolatoren aus Porzellan halten den Strom in der Telegrafenleitung. eine Telegraphen Bau-Anstalt betreibt, entwickelt eine spezielle Presse, welche es ermöglicht, einem Draht eine naht- und spaltenlose Umhüllung aus diesem Harz aufzupressen. Doch die Isolierung erweist sich als nicht beständig genug und man muss schlussendlich von vorn beginnen und oberirdisch Leitungen ziehen. In Österreich entstehen zunächst Freileitungen, vor allem entlang der bestehenden Eisenbahnstrecken oder Poststraßen. Dies erleichtert den Bau wesentlich, da diese Trassen naturgemäß frei von Hindernissen sind. Die Masten werden in bestimmten Abständen gesetzt und der kupferne Draht wird durch Löcher in halbmondförmigen Isolatoren aus Porzellan geführt, die an die Masten montiert sind. Später kommen glockenförmige, „amerikanische“ Isolatoren zum Einsatz. Außerdem greift man anstelle des teuren Kupferdrahts zunehmend auf billigeren Eisendraht zurück, der weniger Diebe anlockt. Eine drakonische Strafandrohung verweist allerdings darauf, dass es nicht bloß um die Angst vor Diebstahl geht. Als „Verbrechen der öffentlichen Gewaltthätigkeit“ sind die Entwendung und die mutwillige Beschädigung von Telegrafenleitungen mit Kerkerstrafen
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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in
Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
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