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Blitzschnell in die Ferne schreiben : Geschichte der Telegrafie in Österreich / Wolfgang Pensold, Otmar Moritsch, Mirko Herzog
Entstehung
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29 9 Der Prototyp der Morsetelegrafenapparat nach Vail. dem aus Niederösterreich stammenden Konstrukteur Engelbert Matze­nauer. Matzenauer, der einer der ersten Telegrafisten des Staatstelegrafen war und mittlerweile als Technischer Commissär der Direktion fungiert, hat zwei Morseapparate elektrisch derart miteinander verbunden, dass sich eine am ersten Apparat eingehende Nachricht sozusagen von selbst über den zweiten Apparat weitersendet. Allerdings kommen Zweifel auf, ob die zugrundeliegende Idee von Matzenauer stammt. Für ihn spricht, dass er eine analoge Vorrichtung bereits einige Jahre zuvor für den Bainschen Nadeltelegrafen konstruiert hat, 12 die wegen des damals noch geringen Aufkommens jedoch keine Bedeutung erlangt hat. Jetzt wächst der Bedarf nach einer solchen Technik. Auf der Linie zwischen Wien und Pest, die wegen zahlreicher Zwischenstationen und Abzweigungen sehr langsam geworden ist, wird mit der Inbetriebnahme von Translatoren in den Statio­nen Pressburg und Neuhäusel direkte und entsprechend schnelle Korres­pondenz zwischen den beiden Hauptstädten möglich. 13 In einem Europa, das noch von einer unüberschaubaren Menge an re­gional unterschiedlichen Maßen, Einheiten und Währungen geprägt ist, verlangt die Telegrafie zudem nach allgemein gültigen Standards nach einem standardisierten Raum und einer standardisierten Zeit. Dass mecha-